Herzlich willkommen auf Laufwolke.de

Ich möchte auf dieser Seite meine Begeisterung für das ausdauernde gesunde Laufen teilen und bei dem Einen oder Anderen auch wecken. Ich laufe seit dem Jahr 2000 und habe seitdem eine Entwicklung zum „Lebens- und Genussläufer“ durchlaufen. Auf dieser Website möchte ich meine verschiedenen Laufwelten und Erfahrungen präsentieren und eine Möglichkeit der Kommunikation bieten. Über eine lebendige Beteiligung wäre ich sehr erfreut. Viel Spaß beim Stöbern auf der Seite.

Mein Mauerweglauf 2025 – stressfrei und schön

Im letzten Jahr war der Mauerweglauf mein Hauptwettkampf und das ganze Jahr darauf ausgelegt, unter 24 h zu finishen und mir einen Buckle zu verdienen. Das hat letztlich auch geklappt, aber mit enormem Aufwand. So lautete mein Fazit, dass ich mir diesen Stress (vorerst) nicht noch einmal antun wolle. Das bedeutet nicht, die 100 Meilen vom Speiseplan zu streichen, sondern eher beim nächsten Mal keinen erhöhten Anspruch an die Zeit zu stellen und mehr entspannt zu laufen. Dieser Punkt gelang.

2025 enthält einige Zweien und Fünfen und diese Ziffern spielten auch eine wichtige Rolle bei meinen Jahreszielen:

– Es sollte erstmals über 2xx km gehen. Dafür gab es zwei Chancen: Junut und Heidi.
Beim JUNUT hatte ich mich wie in den letzten beiden Jahren für die 170er Strecke angemeldet, bei der als letztmalig angekündigten Ausgabe aber insgeheim mit einem dort nach 170 km möglichen Upgrade auf die ganze Runde von 240 km geliebäugelt. Letztlich führten muskuläre Probleme am letzten Wochenende vor dem Lauf dazu, dass nicht klar war, ob ich überhaupt starten und mehr als einige Stunden würde laufen können. (Ziehen in der linken Wade; der Arzt hat drauf geschaut und abgetastet, konnte aber auch per Ultraschall nix finden. Beim Gehen merke ich es aber noch deutlich.) Es lief zwar sehr gut, doch sicherheitshalber beschloss ich bereits in Schmidtmühlen nach 138 km, dass es keinesfalls weiter als bis zum 170er Ziel in Kastl gehen soll. Das habe ich recht gut hinbekommen (33 h waren rund 3 h weniger als 2023).
Die zweite Chance und mein eigentliches Jahreszeil war die Heidi, genauer gesagt die Heidi 222 durch die Lüneburger Heide auf dem Heidschnuckenweg von Celle nach Hamburg zu Pfingsten. Es war ein hartes Stück Arbeit, doch ein lohnendes, denn nach 40 sehr regenreichen Stunden habe ich es geschafft!
– Die zweite Heidi war der von Thomas Steinicke organisierte Etappenlauf Heidi-Challenge. Nach der sommerlich heißen Frühjahrsedition 2024 war die 2.Ausgabe über 5 Tage die sommerlich heiße Sommeredition. Nun sind alle gespannt auf einen heißen Herbst 2026!

Nun aber zum Mauerweglauf! Wie letztes Jahr habe ich am Freitag bei den Vorbereitungen am Stadion mitgeholfen. Da das Eisstadion noch immer nicht genutzt werden konnte, ging es 2025 wieder in den traditionellen Jahn-Sportpark im Prenzlauer Berg. Das ist nicht so eng und „kuschelig“ wie letztes Jahr, aber die Abläufe waren klarer und so war der Aufbau früher erledigt. Leider waren die S-Bahn-Haltstellen Schönhauser Allee und südlich davon wegen Bauarbeiten nicht verfügbar und es musste Ersatzverkehr genutzt werden. Gerade in diesem Jahr übernachtete ich aber am Treptower Park (also südlich), was die eigentlich sehr kurze morgendliche Anreise deutlich verlängerte. Naja, so gab es eben mehr Zeit zum Essen und Umziehen unterwegs zum Stadion!

Beim Start hielt ich mich mich bewusst zurück und schaute im hinteren Bereich nach bekannten Gesichtern. David, der seine Mauerwegspremiere unter 24 h finishen wollte, liess ich gleich ziehen, denn dieses Tempo sollte ja mein Massstab nicht sein. Zum Glück traf ich Maksim, mit dem ich bereits Pfingsten über 100 km durch die Lüneburger Heide unterwegs war. Er wollte auch hier wieder sein Run+Walk-Programm durchziehen. So liefen wir stets einige Kilometer und marschierten dann einige Zeit – den genauen Rhythmus habe ich vergessen, aber es ist eher die Idee, die entscheidet, das Tempo und die Relation müssen individuell angepasst werden. Mir passte es hervorragend, auch wenn wir durch die Gehpausen sehr weit hinten im Feld lagen. So kamen wir in bester Unterhaltung durch die Innenstadt, entlang der East Side Gallery und durch Treptow/Kreuzberg bis an den endlos langen Bereich zwischen Autobahn und Teltowkanal. Maksim hatte ein paar Probleme und wollte erst einmal nur noch gehen. Darauf verabschiedeten wir uns voneinander und ich trabte langsam weiter. Maksim finishte übrigens dann noch in hervorragenden 25.5 h.

Nunmehr war ich etwas schneller als die Läufer in meiner Nähe und fand mich quasi auf der Überholspur wieder. Das machte ebenfalls viel Spass, denn ich traf so einige Bekannte und lernte noch mehr interessante Läufer kennen. So auch David, was mich zu diesem Zeitpunkt etwas besorgte, denn er wollte doch unter 24 h bleiben und ich sah das für mein aktuelles Tempo nicht als realistisch an. Später traf ich unter anderem die Vielläufer Thomas und Ilka bei ihrer entspannten Runde, die mir vom FDZU und der Heidi222 bekannte Xuehe, die am Ende ebenfalls locker finishte.

Nach einigen VPs bemerkte ich ein unangenehmes Hungergefühl: Zu wenig gegessen, immer nur ein paar kleine Happen, das reicht meinem verwöhnten Magen nicht! Bei Ninas Eltern (48 km) mampfte ich mich erst einmal kräftig durch das hier traditionell unglaublich reichhaltige Buffett, bis der Bauch so voll war, dass mir das weitere Laufen fast noch schwerer fiel als dem pflastersteinbeschwerten Wolf bei Rotkäppchen… Nach ein paar Kilometern war aber alles wieder gut. Puh!

Heute wartete in Teltow (61 km) noch keine Fahrradbegleitung auf mich. Franz hatte sich dafür angeboten, musste aber erst einmal wie eigentlich jeden Samstagmorgen mit seiner Laufgruppe arbeiten und würde deshalb erst später dazustoßen. Einen Dropbag hatte ich auch nicht hinterlegt und keine längere Pause geplant, denn noch war ja erst ein gutes Drittel der Strecke bewältigt. Die Königsallee zog sich dahin wie immer, bot aber auch guten Schatten gegen die Sonne und etwas Kühlung. Eigentlich habe ich keine unangenehmen Erinnerungen an die gesamten Abschnitte nach Potsdam und um den Jungfernsee bis nach Sacrow. Im Gegenteil, immer wieder fand sich nette Begleitung, oft auch bereits bekannte. Durch die abwechslungsreichen Gespräche merkte ich teilweise gar nicht, wo wir bereits waren und welche Bereiche wir schon hinter uns gelassen hatten. Irgendwann waren wir bei der Revierförsterei Krampnitz (86 km) angekommen und ich war überrascht, weil ich dachte, da fehlte noch der kurze steile Anstieg ein paar km davor. In Sacrow (92 km) lieferte ein Dropbag die Nachtausrüstung, im wesentlichen bestehend aus Warnweste, Stirnlampe, Windjacke.

Kurz hinter Sacrow sah ich einen Läufer an einer Bushaltestelle einen der Papierkörbe fotografieren. Okay, dachte ich, manchmal haben die Marketingleute der Berliner Stadtreinigung mehr oder weniger lustige Sprüche aufgeklebt wie „Eine von unseren 34267 Filialen“. Doch nichts davon war zu sehen, scheinbar nur ein ganz normaler oranger Behälter. Meine Neugier wurde gestillt: Es handelte sich um einen finnischen Läufer (Esa Nurkka), der berichtete, vor dem Abflug nach Deutschland noch eine Dose „Blue berry soup“ eingekauft und hier im Dropbag für den WP Sacrow deponiert zu haben. Diese hatte er gerade getrunken und wollte die leere Dose in den nächsten Abfallbehälter tun. Dabei bemerkte er eine weitere leere Dose exakt der selben, eigentlich recht lokalen finnischen Marke, die bereits in genau diesem Behälter lag! Mehr Slapstick geht kaum und er muss sich vorgekommen sein wie bei „Verstehen Sie Spaß?“. Die einzige halbwegs logische Erklärung wäre ein anderer Finne, der zufällig die gleiche Marke gekauft und ebenfalls in den Dropbag gepackt sowie während der ersten Kilometer nach dem WP geleert hätte. Er meinte dazu allerdings, dass er zuvor geschaut hätte und weniger als eine Handvoll Finnen überhaupt beim Mauerweglauf in der Startliste standen! Ich konnte dank Franz immerhin noch besteuern, dass auch Sari dabei sei und an der 100km-Wanderung teilnehmen würde, die morgens in Teltow gestartet war und damit schon in Sacrow durch war. Natürlich kannte er ebenfalls Sari!
Um es vorweg zu nehmen, die merkwürdige Geschichte ging noch etwas weiter. Im Ziel hörte ich irgendwann den Stadionsprecher feststellen, dass jetzt zwei Finnen direkt nacheinander gefinisht hätten. Später traf ich Esa noch einmal kurz und er berichtete mir, dass er zwar einer der beiden Finisher war, den anderen allerdings erst im Ziel, aber nicht auf der Strecke getroffen hätte. Sie hatten wohl zunächst einen großen Abstand, der sich bis zum Ziel auf wenige Minuten reduzierte, doch sie waren kein Stück des Wegs zusammen gelaufen! Nun blieb noch die Blaubeerfrage, und tatsächlich war der andere Läufer auch der Besitzer des fraglichen Leerguts. Manchmal stimmt es wohl tatsächlich, dass das Leben sehr merkwürdige Geschichten schreibt…

Wenige Kilometer nach Sacrow und seiner berühmten Bushaltestelle wartete Franz auf mich, als wir von der Straße Richtung Altglienicker See abbogen. Franz‘ Fahrradbegleitung war ein großer Gewinn, nicht nur weil ich ein paar Sachen wie Jacke und Trinkflasche in seinem Fahrradkorb lagern konnte, sondern vor allem als erfahrene Unterstützung und gute Unterhaltung. Bei Pagels und Friends (100 km) hab ich nicht lange pausiert, obwohl es wie immer sehr einladend war, dort eine längere Rast zu halten. Es ist wie „Nach-Hause-Kommen“, einfach eine unglaublich tolle Stimmung dort. Dank der neuen Unterstützung von Franz war auch die nachfolgende, herausfordernd lange Passage an der Bundesstraße halb so schlimm wie befürchtet. Dann folgte der VP an der Kleingartenanlage vor dem Hahnenberg in Spandau (105 km), an dem letztes Jahr mein Bruder seine Radbegleitung startete, sowie das längere Stück durch die Stadt. Hier stieß Jan zu uns, der uns laufend begleiten wollte. Das war Neuland für mich, denn bisher kannte ich nur eine Fahrradbegleitung und war einigermaßen daran gewöhnt, dem Radfahrer mein eigenes Tempo zu diktieren bzw. mich nicht von ein paar schnelleren oder langsameren Metern beeinflussen zu lassen. Die Begleitung durch einen noch frischen Läufer nach bereits hundert zurückgelegten Kilometern stellte sich als deutlich schwieriger heraus als zuvor erwartet. Natürlich habe ich sehr davon profitiert und wir hatten eine wunderbare Zeit. Ein wenig Lehrgeld zollte ich anfangs aber doch, bis wir alle uns aneinander und an die ständige leichte Variation unserer Abstände gewöhnt hatten. Man kennt das von gemeinsamen (Trainings-)Läufen, wenn einer stets ein paar Zentimeter weiter vor oder hinter den anderen läuft. Man darf nicht genauso sein, sonst gerät es leicht zum Wettbewerb um das schnellste (oder langsamste) Tempo und das eigentliche Laufziel gerät aus dem Fokus.

Mit Jan und Franz fühlte ich mich eigentlich wunderbar und rundum betreut, doch hinter Spandau bekam ich doch einige Probleme mit der Strecke selbst. Wegen eines Frühjahrssturms 2025 konnte der Spandauer (Nordwestberliner) Forst bereits beim Mondscheinmarathon von Franz und bei der letzten Etappe des Heidi-Etappenlaufs nicht genutzt werden und auch beim Mauerwegslauf waren einige Wege noch immer gesperrt, so dass es rund um den Eiskeller eine größere Umleitung gab. Die führte nicht nur durch mir unbekanntes Terrain, sondern auch entlang einer längeren Bahnstrecke und an einer Landstraße zum VP Schönwalde (120 km). Hier war eine unangenehme Pendelstrecke mit schmalem Fußweg bei doch recht starkem Straßenverkehr. Gerade bei Begegnungen mit entgegen kommenden Läufer(gruppe)n oder Ästen auf dem Weg wäre eigentlich ein Ausweichen auf die Straße indiziert gewesen, doch mit der Begleitung und bei der mittlerweile müdigkeitsbedingt verringerten Aufmerksamkeit sowie dem Verkehr war das keine sonderlich gute Wahl. Ich war sehr froh, als dieser Abschnitt endlich geschafft war und wir irgendwann den Grenzturm Nieder Neuendorf erreicht hatten (125 km). Der nachfolgende Bereich nach Hennigsdorf mit seinem Waggonbauwerk ist mir dank Mauerweg und Heidi mittlerweile sehr wohl bekannt, auch wenn er sich zu diesem Zeitpunkt des Laufs etwas kaugummiartig dahin zog. Beim Ruderclub Oberhavel (130 km) machte ich dann die erste und einzige längere Pause, aß und trank, übernahm mein nächstes Dropbag mit ein paar zusätzlichen Riegeln und wärmenden Sachen – und ruhte mich einige Minuten aus. Wie lang das wirklich war, kann ich nicht mehr sagen, aber nach dem bisher langsamsten Abschnitt zwischen Schönwalde und Nieder Neuendorf mit 9:30 min/km war der Teil nach Hennigsdorf mit offiziell etwas über 10 min/km noch langsamer und das hat wohl eher mit der Pause als mit dem Lauftempo selbst zu tun. Für den Rest des Laufs lagen die aktuellen Geschwindkeiten dannn wieder um die 9 min/km (inkl. Pausen). Das wiederum hatte auch mit einer langsam veränderten Zielstellung zu tun. Nachdem doch recht gemächlichen Start und einem relativ entspannten Mittelteil hatte sich bereits seit dem Beginn von Franz‘ Begleitung am Horizont ein mögliches Finish unter 24 h abgezeichnet. Zunächst konnten wir das sehr gut ignorieren, denn das war ja einerseits kein irgendwie geplantes Ziel und andererseits noch so weit, dass nachlassende Kräfte schnell mal eine halbe Stunde kosten könnten. Doch als im Berliner Norden die letzten 30 km und dann Halbmararathon erreicht waren, wurde es akut: Wollen wir weiterhin entspannt und ohne uns auf mögliche Endzeiten auszurichten laufen und pausieren, dabei „riskierend“, dass es im Ziel vielleicht knapp über 24 Stunden sein werden? Oder wollen wir über die wenigen verbleibenden Stunden hinweg ständig darauf achten, dass kontinuierlich weiter gelaufen wird und Gehabschnitte und VP-Pausen nicht zu lang werden, dabei Stress, tiefere Erschöpfung und vielleicht Frust über ein Ende der Kräfte riskierend?

So lange ich mich noch gut fühlte, versuchte ich zu traben, wann immer es ging. Die wenigen kurzen Anstiege und die VPs wurden für Gehpausen genutzt, die sich glücklicherweise ganz gut begrenzen liessen. Eigentlich brauchte ich an den VPs nicht wirklich anzuhalten, denn Franz und Jan versorgten mich perfekt, stets war noch eine Banane und etwas Getränk im Korb verfügbar. Überraschend für mich war eher die lichttechnische Versorgung, hatte Jans Lampe doch erheblich mehr Lichtstärke als meine in der Standardeinstellung. Obwohl ich bisher immer der Meinung war, dass gerade auf dem Mauerweg sehr wenig eigene Beleuchtung notwendig ist, stellte sich heraus, dass eine gute Streckenausleuchtung durchaus positive Auswirkungen auf Stimmung und Laufvermögen haben kann. Spätestens als ich in Lübars auf dem asphaltierten Weg an einer der vielen, durch Baumwurzeln verursachten, Bodenwellen so stark ins Straucheln kam, dass ich mich mit Mühe nach über zehn Metern wieder halbwegs auffing und verschreckt so langsam wieder in eine normale Laufbewegung kam, war ich über etwas mehr Beleuchtung recht froh (~147 km). Andere hatten es deutlich schwerer. Alina, mit der wir dort zusammen liefen, fiel ihre Lampe aus. Sie hatte wohl die Lebensdauer der Batterie überschätzt und fürchtete nun weniger die restliche Dunkelheit selbst als vielmehr eine offizielle Kontrolle, da ja Eigenbeleuchtung vorgeschrieben ist. Zum Glück konnte Jan hier als „Ritter in leuchtender Gestalt“ einspringen und sie begleiten. David blieb ebenfalls an so einer Bodenwelle hängen und stürzte. Er lief mit blutigem Knie ins Ziel, war aber wahrscheinlich zu diesem Zeitpunkt schon längst im Tunnel der Läuferfokussierung, denn seit dem letzten Wechselpunkt in Hennigsdorf wurde er von seiner Frau auf dem Fahrrad begleitet und lief schneller und immer schneller. Den letzten Halbmarathon absolvierte er sogar in 7er Zeiten (7:xx min/km). Er hatte sich seine Kräfte offensichtlich mal wieder hervorragend eingeteilt und war nun supermotiviert, ob dank Frau oder dank Aussicht auf das Finish unter 24 h? Schwer zu sagen, am Ende „fehlte“ nur ein kurzes Stück, ein zusätzlicher VP vielleicht, und wir hätten zusammen finishen können, zumindest wenn ich nicht hätte in seinem Tempo laufen müssen, denn das ging bei mir nicht mehr. Ich war auch so zufrieden, denn letztlich hatte sich die Mühe am Ende gelohnt und der Buckle war uns beiden sicher.

Mittlere Geschwindigkeit über gesamten Lauf und aktuelles Tempo zwischen den jeweiligen VPs (ohne Abzug der Pausen) beim Mauerweglauf 2025 für David und mich.

Im Ziel wurden wir unter anderem von Sascha von der LG Mauerweg begrüßt. Er war bereits in Volonteersdiensten und sah schon wieder so erholt aus, als wäre er an diesem Tag gar nicht gelaufen. Das stimmte natürlich auch, denn sein Zieleinlauf als Achter war am Samstagabend gegen zehn, mit einer Zeit unter 16 h. Der Sieger, Pascal Rüeger, lief sogar noch fast dreieinhalb Stunden schneller und stellte in 12:37:14 h einen neuen Streckenrekord auf, und das mit Ansage! Vor dem Lauf hatte er sich bei den Organisatoren bereits zu den VP-Öffnungszeiten erkundigt – verbunden mit der Frage, was passieren würde, wenn er schneller wäre. Wenn ich es korrekt verstanden habe, gibt es solche Nachfragen wohl schon so ab und zu, doch das jemand das dann auch läuferisch umsetzet, passiert halt eher nicht.

Die Mehrheit der Finisher schaffte die 100 Meilen unter 24 h.

Nach dem Zieleinlauf ging es mir recht gut. Das Finisher-Shirt gab es direkt nach dem Einlauf, Dropbags und Suppe noch auf der Bahn, die Umkleiden mit Duschen waren hervorragend. Als ich mich noch einmal auf die Bänke am Ziel setzte und etwas aß und trank, hörte ich noch jemand von den schnellen Hirschen mit Sascha reden, wobei das Wort Rostock vorkam. Es stellte sich heraus, dass derjenige nicht nur aus Rostock kam und auch dort Anfang August den Abendmarathon gelaufen war, bei dem auch Sascha dabei war (und als Gesamtvierter finishte), sondern dass es genau der Louis war, mit dem ich dort auf den letzten Kilometern zusammen gelaufen war. Small world! Kurz danach traf ich dann übrigens die beiden Finnen wieder…

Was könnte als Fazit bleiben?
Auf jeden Fall macht es mir unglaublich viel Spaß, entspannt zu laufen, ohne auf mögliche Endzeiten zu achten. Insbesondere aufgrund des sehr moderaten Anfangstempos war es der bisher gleichmäßigste der drei Hundertmeiler in Berlin, wie auch die beigefügte Darstellung belegen soll. Diesen Lauf würde ich mir gern zur Blaupause für zukünftige Läufe machen – weniger die konkrete Geschwindigkeit als das wunderbare Gefühl, immer noch ein bisschen Reserve zu haben, am Ende aber auch nicht komplett unter den eigenen Möglichkeiten geblieben zu sein. Es muss nicht immer Kaviar sein, man kann auch mit Champagner glücklich sein. Oder so ähnlich, denn Kaviar war bisher nur einmal so richtig gut, nämlich zusammen mit Blinis auf der Datscha bei unseren Tomsker Freunden, und ohne Alkohol kann ich nunmehr schon seit zwei Jahren sehr gut leben.
Der Mauerweglauf ist und bleibt für mich einer der schönsten Ultras in Deutschland, bei dem dabei zu sein ich auch in den nächsten Jahren stets versuchen möchte, egal ob als Einzel- oder vielleicht auch mal Staffelläufer oder als Helfer. Die tollen Organisatoren sind es unbedingt wert, unterstützt zu werden! Ähnlich dem Rennsteiglauf und dem FDZU werden die 100 Meilen von Berlin immer mehr zu meiner läuferischen Heimat.

Heidi-Challenge – Sommer-Edition 2025

Die Heidi-Challenge als fünftägiger Etappenlauf rund um Potsdam und Berlin soll nach ihrer Premiere 2024 jährlich quer durch alle Jahreszeiten stattfinden.
In diesem Jahr lag die Heidi-Challenge im Juni und damit nach meinem Saisonhöhepunkt zu Pfingsten. Daher war der Etappenlauf nicht primär als intensives Trainingslager geplant. Ich wollte die schönen Laufstrecken und das gemeinsame Erlebnis mit den anderen Läufern genießen, vielleicht auch mal eine schnellere Etappe einlegen und in Hinsicht auf den Mauerweglauf die Form beibehalten. Soweit der Plan, doch es sollte ganz anders kommen.

Begleiten

Als Franz beim FDZU im Juni 2025 erfolgreich 100 km lief, begleitete ich ihn ein Stück per Fahrrad. Das war eine spannende neue Erfahrung, anstrengender und weniger langweilig als zuvor erwartet. Damit das Ganze abseits von der Unterhaltung und verbaler Ermutigung noch etwas zusätzlichen Mehrwert bietet, hatte ich Franz‘ Laufrucksack in den Fahrradtaschen verstaut und sorgte auf Anforderung für Nachschub insbesondere an Getränken aus seinen Trinkflaschen. Außerdem hatte ich selbst ein wenig Essen von zuhause und eine Wasserflasche vom Barther Doppel-VP (28 & 40 km) mitgenommen. Das erwies sich bei der Meiningen-Brücke zum Zingst als überraschend weitsichtig, denn der früher dort befindliche und noch immer offiziell angekündigte private Getränke-VP fiel leider zum zweiten Mal in Folge aus. Nicht alle Läufer hatten sich darauf eingerichtet und so konnte ich ein paar Getränkeflaschen der in Franz‘ Nähe befindlichen Läufer nachfüllen. Obwohl der nächste VP am Zingster Hafen wieder exzellent ausgestattet war, nahm ich noch ein paar spezielle Wünsche auf und fuhr in den lokalen Edeka, um Wassereis, Fruchtsaft und Bier zu kaufen.

Crashen

Einen Marathon später wollte ich das wiederholen und im Ahrenshooper Edeka einkaufen, hauptsächlich Bier und Eis. Um rechtzeitig am nächsten VP im Hafen Althagen zu sein (~90 km), fuhr ich zügig voran auf dem Weg zwischen Born und Ahrenshoop. Leider etwas zu schnell, denn an einer Abzweigung kriegte ich die Kurve nicht, versteuerte mich und stürzte mit meinem Fahrrad. Der Flug über den Lenker war kurz, der Schmerz dafür heftig. Zum Glück konnte ich nach einigen Minuten aufstehen, meine Sachen zusammensuchen und sogar weiterfahren. Am VP Althagen waren noch die freundlichen Helfer vom DRK, die den ganzen Tag mit ihrem Quad im Läuferfeld hin und her fuhren. Nun hatten sie den Einsatz des Tages! Meine blutigen Hände und Knie (jeweils beidseitig!) und der rechte Ellenbogen wurden gereinigt, desinfiziert (was für ein Vergnügen!) und in Verbände gewickelt. Als Franz und die anderen Läufer in seiner Nähe kurze Zeit später eintrafen, bekamen sie trotzdem eisgekühlte Melone, Bier und Radler, denn Anne hatte das alles an ihrem VP sowieso in Thermobehältern mit Eiswürfeln…

Leiden

Franz konnte ich dann noch auf den nächsten Kilometern bis zur Seebrücke in Wustrow begleiten, dann für ich nach Hause. Abends merkte ich bereits stechende Schmerzen am rechten Unterarm bei bestimmten schnellen Bewegungen, die zum Glück am nächsten Tag deutlich weniger zu sein schienen. Allerdings wurde das über die nächsten zwei Wochen nicht wirklich besser – ich musste zur Ärztin. Diese hatte offensichtlich bei meiner ungelenken Erklärung schon einen Verdacht, der sich beim geschulten Griff verstärkte (Ja, genau dort tut es weh!) und mittels Röntgen + CT bestätigte: Radiale Fraktur, Ruhigstellung mit Gips!

Zwei Tage später wollte ich eigentlich zur Heidi-Challenge aufbrechen. Aber was kann man denn bei einem Etappenlauf mit Gipsarm tun? Die Erschütterungen würden vermutlich nicht schaden, gegen ein schnelles Wandern sollte also nichts einzuwenden sein. Aber würde Thomas Steinicke als Veranstalter das akzeptieren oder irgendein Risiko sehen, das gegen meinen Start spricht?

Wandern

Thomas hatte nichts auszusetzen an meinen Plänen, fand es wohl eher großartig, dass ich trotzdem dabei sein wollte. Natürlich war ich selbst mit Frühstart und schnellen Wanderschritt immer noch sehr viel langsamer als die anderen Teilnehmer. Das machte mir zunächst ein schlechtes Gewissen, doch bei der ersten Etappe am Samstag zeigte sich bereits, dass meine Extrawurst nicht ganz so groß sein würde bzw. die VPs wegen mir kaum länger geöffnet sein müssten als für die anderen Teilnehmer ohnehin erforderlich. So hatte ich eine wunderbare Wanderung um die südlich von Potsdam gelegenen Havelseen. Ein Läufer nach dem anderen „besuchte“ mich auf meinem Weg an Ende des Feldes, fast immer fand sich Zeit für ein paar Worte, so dass ich neben dem MP3-Player immer wieder zusätzliche Ablenkung hatte. Ein Stück vor Potsdam stand sogar Werner an der Strecke und verteilte Bier und Brause – vielen Dank nochmals! Auf dem letzten Teilstück, einer Schleife in Potsdam über Glienicker Brücke und Schloss Babelsberg, versuchte ich mich sogar an ein paar Ultraschlapp-Schritten und hatte nochmals kurze Begleitung, ebenso direkt beim Zieleinlauf durch einen weiteren Läufer, der schmerzverzerrt kaum noch gehen konnte (sich aber in den nächsten Tagen wieder fantastisch erholen sollte!).

Baden

Nachdem es bei der „Frühjahrsedition“ Ende April/Anfang Mai 2024 bereits sehr heiß war, steigerte sich dies in der „Sommeredition“ 2025 nochmals:
Sommerliche Temperaturen von mindestens 20°C beim morgendlichen Start und an den drei ersten Tagen im Maximum bis 26-28°C waren noch fast erträglich, aber am letzten Tag waren bereits kurz nach dem Start 30°C erreicht und die höchsten Werte sollten nachmittags um die 36-37°C liegen. Wenn dazu noch sonnige Abschnitte kommen und kaum ein Wind weht, wird es richtig heftig!
Beim Briefing hatte uns Thomas sowohl auf das sehr sommerliche Wetter als auch die vielen schönen Bademöglichkeiten überall an der Strecke hingewiesen. Tatsächlich führen die Etappen ja zu einem unglaublich hohen Teil an Gewässern entlang (geschätzt 80-90 %), von denen es sowohl rund um Potsdam, als auch Berlin eine Menge gibt: Havelseen (Templiner, Schwielow, Glindower, Heiliger, Tiefer See, Jungfernsee, Krampnitzsee, Lehnitzsee, Wannsee, Spandauer, Nieder Neuendorfer See, Tegelsee, Heiligensee), Groß Glienicker See, Hubertussee, Königssee, Dianasee, Hundekehlsee, Grunewaldsee, Krumme Lanke, Schlachtensee, sowie die Flüsse Havel, Spree und Spandau und viele Kanäle (Teltow, Landwehrkanal, diverse Schifffahrts- und Verbindungskanäle).
Wahrscheinlich war ich der Einzige, der diesen Hinweis ernst nahm, aber es bereitete mir viel Freude, täglich während des Laufs mal kurz anzuhalten und baden zu gehen (vier mal, am letzten Tag durch Berlin klappte es dann leider nicht, es war mir wohl einfach zu heiß).

Laufen

Gelaufen bin ich dann doch auch noch. Allerdings eher vorsichtig und langsam. Mehr wäre sowieso nicht möglich gewesen. Hohe Temperaturen, keine Ambitionen als zu finishen, fehlendes Training der letzten Wochen (allerdings bei hervorragender Ausgangsform) und natürlich auch der Gipsarm hätten nicht mehr zugelassen. Ich war über jeden Tag stolz, den ich geschafft hatte, fand am zweiten Tag in Franz und danach in Tanya und Thomas Begleiter, die ebenfalls vor allem eine gute Zeit haben wollten, vom Tempo her ähnlich lagen und sehr angenehme Gesprächspartner waren.

Gegenüber der letzten Ausgabe fanden die Etappen zwar in gleicher Reihenfolge, aber in umgekehrter Richtung, statt. Bei der Überführungsetappe von Potsdam nach Spandau funktionierte das nicht, die war identisch zum letzten Jahr, auch wenn Franz und ich uns 1-2 km später verliefen als 2024. Wegen eines Frhjahrssturms war der Spandauer Forst leider gesperrt, so musste kurzfristig eine Alternative für die fünfte und letzte Etappe gefunden werden. Dafür wurde die Berliner Stadtetappe leicht eingekürzt und wiederholt. Da es nun gerade der heißeste Tag war, wurde das zur finalen Herausforderung, denn gerade in der Stadt ist die Hitze doch noch einmal deutlich unangenehmer. Die Veranstalter haben mit frühem Start, reichlich Getränken und am Ende mit einem Zusatz-VP mit Eisversorgung versucht, das Leiden zu lindern.

Genießen

Wie im letzten Jahr, gab es eine große Anzahl an gut bis sehr gut ausgestatteten Verpflegungspunkten, in etwas alle 10-12 km. Die Freundlichkeit der Helfer war riesig, man freute sich schon im voraus auf seine Lieblinge, denn die meisten Helfer hatten regelmäßig die gleiche VP-Reihenfolge. Im Ziel gab es ebenfalls erst einmal ein kühles Getränk. Weitere sollten in einer Kasse des Vertrauens bezahlt werden, aus der dann ein Bonus für die Helfer bezahlt wurde. Ebenso wurde es beim Abendessen gehandhabt, was am ersten Tag als Tisch-Buffet und danach mit Vorspeise sowie jeweils einer Auswahl zwischen 2-3 Gerichten gestaltet wurde, um möglichst effizient zu sein. Es war wieder sehr gut. Zusammen mit der Hotelübernachtung und dem Frühstück kann man die Heidi-Serie wohl als Deluxe-Variante eines Etappenlaufs bezeichnen, was gewissermaßen ein Markenzeichen darstellt von Thomas Steinicke und seinem Team von „Heidi on Tour“. Das schlägt sich natürlich auch in den Preisen nieder, die im Vergleich zu anderen Anbietern eindeutig höher liegen. Persönlich zahle ich das Geld sehr gern für einen Qualitätsurlaub mit Sonderprogramm und leiste mir dabei auch den zusätzlichen Luxus eines Einzelzimmers. Im Vergleich zu manch anderen „Hobby-Reisen für Freaks“ sind das ohnehin alles Schnäppchen.

Brocken-Challenge 2025

Bei meiner Premiere vor einem Jahr erlebte ich eine schöne, aber doch recht frühlingshafte Brocken-Challenge. Angesichts einer Distanz von 80 km und knapp zwei Höhenkilometern war es zweifellos ein fordernder Lauf, doch mit der Idee der besonderen Herausforderung, diesen bei winterlichen Bedingungen zu absolvieren, hatte das nur wenig zu tun. Da gab es reichlich Berichte von vorangegangenen Ausgabe der BC, bei denen Kälte, Wind und Schnee von den Teilnehmern sehr viel mehr forderten. So lautete mein Fazit denn auch, dass ich gern noch einmal wiederkommen und mich an einer Edition testen würde, die nicht primär für Warmduscher gemacht war.

Die erste Bedingung sollte sich mit viel Glück erfüllen: Erneut fiel ein Freilos auf mich in Form eines Startplatzes. Pünktlich zum 1.Dezember kam die SMS „Du bist dabei!“. Nach dem Kobolt Ende November 2024 hatte ich leichte Hüftprobleme und machte einige Wochen Winterpause, bevor ab Mitte Dezember ganz sanft und nach Weihnachten deutlich ernsthafter der Einstieg ins neue Trainingsjahr begann. Das lag zum einen am Saisonhöhepunkt zu Pfingsten, bis zu dem ich meine Form aufgebaut haben wollte, zum anderen natürlich auch an der BC. Immerhin rund 500 km kamen zwischen Weihnachten und dem Start Mitte Februar zusammen, wobei nur eine Handvoll Läufe über 20 km hinaus gingen. Die Form war bedingt durch den frühen Saisonzeitpunkt nicht überragend, aber doch so gut, dass ich recht zuversichtlich starten konnte, keine Konditionsprobleme zu bekommen.

Die Wetterprognosen waren wunderbar: Winterwetter, leichte Minusgrade, Schnee gleich zu Beginn bei Göttingen und auch auf dem größten Teil der Strecke. Am Start drängten viele ans Feuer, um sich noch etwas aufzuwärmen, manche saßen aber auch in Wohnmobilen und warteten dort auf den Start. Der Gedanke, bei äußeren Minusgraden im Wohnwobil zu übernachten, ist für mich eher furchteinflössend. Wie immer waren die Stirnlampen nur für den ersten Waldabschnitt erforderlich und konnten bereits nach etwa 6-8 km ausgeschaltet werden. Es war kalt, aber nicht so sehr, dass das Atmen beim Laufen unangenehm war. Der Untergrund war teils etwas schneebedeckt, auf den Straßen gab es oft ein Wechselspiel von vereisten und freien Bereichen. Wir mussten etwas vorsichtig sein, um nicht auszurutschen, aber es war auch keine große technische Herausforderung. Die erste Hälfte der Brockenchallenge verläuft ja eher wellig durch den Vorharz, von Profil und Streckenlänge vielleicht am ehesten vergleichbar mit dem Rennsteig-Marathon.

Danach, also ab dem VP in Barbis, lag eine durchgehende Schneedecke und ich zog deshalb meine Spikes auf die Schuhe. Es geht zunächst steil nach oben zur Wasserscheide und dann in einem leichten, aber mehrere Kilometer langen Anstieg durch ein Tal hinauf zum nächsten VP, der mit dem Auto nicht erreicht und daher nur dank Pferde(schlitte)n betrieben werden kann. Wie bereits im letzten Jahr konnte ich diesen als „Entsafter I“ bezeichneten Abschnitt weitgehend laufend bewältigen, was sich positiv auf Laufzeit und Stimmung auswirkte. Im nachfolgenden „Entsafter II“ hätte ich mich beinahe verlaufen, fand den Weg aber dann doch korrekt und konnte auch eine zunehmende Schneedecke genießen, die bald mehr als knöchelhoch war. Das stimmt mich sehr zufrieden, denn diese winterlichen Bedingungen hatte ich mir ja gewünscht. Sie waren aber nicht extrem, eher moderat. Umwege aufgrund rutschiger Hänge waren nicht erforderlich, gespurte Bereiche, bei denen man auf gar keinen Fall auf die Loipen treten darf, gab es erst im Oberharz. Erneut waren die Angebote an den VPs ungewöhnlich lecker, insbesondere die veganen Kekse und Kuchen am letzten VP sind mir in Erinnerung geblieben. Erneut hatte ich das Glück, einer dampflokbetriebenen Brockenbahn zu begegnen – mit viel Schnee sieht das nochmal besser aus! Auch die kahlen Berghänge werden durch Schneebedeckung etwas erträglicher. Die allerletzte Kilometer auf der steilen Straße waren hart, insbesondere wegen des starken Windes, doch bald waren die Willkommensglocken auf dem Gipfel zu hören und dann, bei wenigen Metern Abstand, auch die freundlichen Helfer, die alle Läufer begrüßten. Die Stimmung im Goethesaal war großartig, die Wartezeit auf eine Dusche sehr erträglich, das heiße Wasser tat sehr gut und das Buffet war grandios. Dazu etwas Gesellschaft durch diverse alte und neue Bekannte und es ging mir wunderbar. Vor dem Abstieg zum Busparkplatz musste ich mir sehr viel anziehen, aber ich fror nur auf den ersten paar hundert Metern, dann war es erträglich. In der Hütte war gute Stimmung, trotz etwas unklarer Wartezeit auf die Busse, die nicht ganz so weit herangefahren waren wie im letzten Jahr.

Ein schöner Einstieg ins Laufjahr 2025!

2025 – Ein guter Abschluss!

Alles in allem war das zurückliegende Jahr zufriedenstellend und ich konnte alle meine gesetzten Ziele erreichen.

Der krönende Abschluss war der heutige Silvesterlauf vom SCC im Grunewald. Aufgrund der Wetterlage ging es bedauerlicherweise nicht über den Teufelsberg. Im Nachgang und aufgrund der auch ohne Höhenmetern vereisten Streckenführung, kann ich sagen, dass das eine gute und verantwortungsvolle Entscheidung des Veranstalters war. Letztendlich hatte ich meinen Spaß und konnte einen guten Abschluss setzen.

Meine zweite Augen-OP Mitte Dezember verlief sehr gut. Nachdem der zwischenzeitliche Schleier auf dem linken Auge gottseidank wieder verschwunden ist, sehe ich scharf wie ein Adler und genieße die gewonnene Freiheit beim Laufen. Es ist das erste Mal, dass ich ohne Sehhilfe – keine Brille, keine Kontaktlinsen – laufen kann. Ein Segen …!!!

Dennoch habe ich beschlossen, dass ich nach den zurückliegenden beiden Jahren mit jeweils 10 Ultras und Marathons im kommenden Jahr etwas kürzen treten will. Für kommendes Jahr verzichte ich auf die Winter-Ultras und habe ich erst für den Darß-Marathon im April angemeldet. Mal schauen, was ich sonst noch im kommenden Jahr noch laufe. Mehr als fünf/sechs Veranstaltungen sollen es aber nicht werden.

Ich werde also nicht im kommenden Jahr mein Mega-Ziel, das Erreichen des 100 MC anstreben und habe mir diesen schönen Moment für mein erstes Rentenjahr in 2027 aufgehoben. Wenn alles wie geplant klappt, wird es dann bei den 100 km in Biel sein.

Ich wünsche allen ein ereignisreiches und vor allem verletzungsfreies Laufjahr°

Regeneration und Augen

Der November war davon geprägt, dass es seit langem ein gesamter Monat ohne Teilnahme an einer Laufveranstaltung war und das habe ich sehr genossen.

Nachdem ich Ende Oktober mit dem Dresden-Marathon meinen insgesamt 90. Marathon/Ultra gefinisht hatte, war es ziemlich schnell für mich klar, dass ich damit meine diesjährige „Wettkampf-Saison“ beendet hatte. Hinzu kam, dass ich für den 24.11.25 meine erste Augen-OP anstand. Ich war sehr skeptisch, was mich erwarten würde und hatte trotz zahlreicher Ermutigungen reichlich Bammel. Nun kann ich sagen, dass ich die erste OP gut überstanden habe und angenehm überrascht bin, wie sehr mein Sehvermögen am operierten Auge sich verbessert hat. Nun steht Mitte Dezember die OP am anderen Auge an und ich bin guter Dinge. Bis dahin gilt es die Übergangszeit und das dadurch differenzierte räumliche Sehvermögen auszugleichen und zu improvisieren. Aber als Ultra hat man ja reichlich Erfahrung mit der Bewältigung von schwierigen Situationen und Anwendung von Provisorien. Wir werden sehen ….

Die letzten Wochen des Jahres nutze ich vor allem zur Regeneration und nur für kleine überschaubare Laufumfänge. Nebenbei bin ich natürlich auch dabei, mich schon mal mit den Planungen für das kommende Jahr zu beschäftigen und werde darüber im Dezember berichten.

Mad Chicken Run 2025 – Gelungenes Abenteuer mit Unterstützung – Gemeinsam läuft es besser!

Am letzten September-Wochenende machten wir uns auf dem Weg zum Mad Chicken Run bei Hänchen (ohne h) in der Nähe von Cottbus. Ich hatte im letzten Jahr erstmals an diesem Event teilgenommen und war vom Format schwer begeistert. Aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres und der beschwerlichen Unterbringung in meinem altgedienten Wurfzelt hatte ich für dieses Jahr die Luxusvariante mit Camper anvisiert und konnte auch Ela und Martin überzeugen, mich dabei zu begleiten und zu unterstützen.

Nachdem wir am Freitagmittag unseren Camper von der Verleihstation abgeholt und uns mit den Details vertraut gemacht hatten, ging es dann mit einiger Verspätung los Richtung Hänchen, wo wir am Abend und noch rechtzeitig zur Knödelparty im Böhmischen Rasthof ankamen. Nach einem stimmungsvollen Abend konnten wir dann unseren Camper soweit aufbauen, dass wir für den anstehenden Wettkampftag gerüstet schienen und noch eine nächtliche Begehung der 2 km-Runde absolvieren konnten. Zudem war auch noch ein megageiler Sternenhimmel zu sehen. Matze, ein Lauffreund aus Berlin, gesellte sich hinzu und richtete auch Grüße von Werner aus, der sich wohl bereits schon schlafen gelegt hatte.

Am nächsten Morgen hatten wir strahlendes Sonnenwetter – kein Vergleich zum verregneten Wochenende im Vorjahr – und wir fieberten den Start des Mad Chicken Runs entgegen. Werner hatte ich inzwischen auch schon getroffen und wir waren alle bester Laune. Das „24 Std. Racing-Team“ war startklar:

Wir hatten es uns recht gemütlich gemacht und Vordach und Campingmöbel waren zum Ausruhen installiert.

Pünktlich um 10 Uhr erfolgte der Startschuss und ich machte mich wohlgemut auf die Runden. Ich hatte mir aufgrund des Vorjahres auch eine Strategie zurechtgelegt, mit dem Ziel mehr Runden zu absolvieren als letztes Jahr und auch flexiblere Boxen-Stopps und Schlafpausen einzulegen. Das Wetter war prächtig und ich konnte in kurzen Klamotten gemütlich mit einer 7er-Pace loslaufen. Die abwechslungsreiche Runde mit Asphalt, Waldweg mit Wurzelfallen und Feldwege hatte ich noch in guter Erinnerung. Erfreulich war auch, dass diesmal der Untergrund optimal war und keine Pfützen zu umrunden waren.

Es lief ganz gut und ich visierte meine Boxenstopps nach jeweils 10 absolvierten Runden (20 km) an. Die erste Schlafpause wollte ich dann nach Erreichen der geforderten Mindest-Distanz nach 30 Runden (60 km) einlegen.

Die ersten beiden Boxenstopps nach km 20 und km 40 – meine Rundenzeiten wurden wie erwartet langsamer – waren im Campingstuhl unter dem Vordach des Campers und dank der Unterstützung von Ela und Martin ein wahrer Genuß und in keinster Weise mit meinen Erholungspausen im letzten Jahr zu vergleichen. Unser Camper stand auch an einer strategisch günstigen Stelle. Genau dort, wo die einen Laufenden von der Runde zurück in Richtung Verpflegungsspunkt kamen und die anderen von dort wieder auf die große Runde aufbrachen. Es gab viel zu sehen und zu bestaunen und Ela und Martin hatten viel Spaß.

Gegen 19 Uhr hatte ich dann auch – rechtzeitig vor Einbruch der Dämmerung und einhergenden Stirnlampenpflicht – mein Minimalziel von 30 Runden und damit auch meine erste Schlafpause erreicht. Zum großen Glück gab es am VP auch eine warme Suppe mit Reis und Toppings. Die Verpflegung und Unterstützung der Helfenden beim Mad Chicken Run war wieder grandios!

Ich gönnte mir eine Schlafpause von etwas ca. vier Stunden und ging dann mit warmen Klamotten und Stirnlampe dann kurz nach 23 Uhr in die kühle Nacht. Ich war guter Dinge, da ich auch bereits einige Nachtläufe hinter mir habe und diese sehr mag. Ich hatte dieses Jahr auch bereits am Nachtlauf der LG Mauerweg im Juli teilgenommen und fühlte mich für diese dunkle Phase der 24 Stunden gut vorbereitet. Natürlich passte ich auch mein Laufverhalten und mein Tempo den nächtlichen Gegebenheiten an, bewältigte die Wald- und Feldwegrunde nur noch im Power-Walking und lief nur noch auf den Asphalt-Strecken. Ansonsten wäre mir die Stolper-Gefahr allzu groß gewesen. Inbesondere auch deshalb, da ich seit über einem Jahr auch einen zunehmenden Grauen Star habe, der im November/Dezember hoffentlich operativ behoben wird.

Ela war ganz hin und weg von der nächtlichen Atmosphäre und den Lichtern, die von den Laufenden mit ihren Stirnlampen erzeugt wurden und sie sagte auch, dass sie den Zusammenhalt und Team-Spirit deutlich spüren konnte. Was wirklich magisch war.

Mein nächstes Ziel war auf insgesamt 45 Runden (90 km) zu kommen und dann evtl. noch ein Power-Napping einzulegen. Der Camper lockte ungemein … Das tat ich dann auch kurz vor 5 Uhr morgens und konnte mich dann – ohne schlechtes Gewissen – eineinhalb Stunden aufs Ohr legen. Kurz nach 6 Uhr klingelte dann der Wecker und danach ging es zur letzten Etappe wieder auf der Strecke.

Es lief wieder sehr gut und ich war guter Dinge, dass ich mein Ziel, das Ergebnis vom Vorjahr zu toppen, erreichen konnte. Ich hatte 2024 insgesamt 53 Runden (106 km) absolviert und bereits um 7 Uhr morgens vorzeitig das Rennen beendet. Diesmal sollte es anders laufen und ich war motiviert bis zum Zielschluss um 10 Uhr durchzuhalten.

Das gelang mir dann auch und ich erreichte das Ziel nach 56 Runden (112 km) kurz vor Zielschluss – siebeneinhalb Minuten waren noch auf der Uhr:

Anschließend genoßen wir alle das gemeinsam Erreichte in der Morgensonne, bevor dann die Siegerehrung anstand:

Alles in allem war ich stolz wie Bolle und vor allem dankbar für die überragende Unterstützung meines Racing-Teams, Ela und Martin, die mich immer wieder super motivierten und mir das Gefühl gaben, nicht ganz alleine zu sein. Ebenso auch die Motivation von den ganzen Mitlaufenden – insbesondere von Matze, Werner und Aldo!

Anschließend machten wir dann bei dem schönen Wetter und auf Empfehlung von Aldo noch einen Abstecher nach Bad Muskau zum Fürst-Pückler-Park, bevor wir dann zur Rückreise nach Berlin aufbrachen.

Eine wirklich tolle Erfahrung, etwas gelassener und flexibler mit Unterstützung einen solchen 24 Std.-Lauf anzugehen. Für das nächste Jahr bin ich wieder voll motiviert, mit Freunden und Bekannten daran teilzunehmen. Und außerdem: Ich bin guter Dinge dann auch meine Leistung vom Vorjahr (geringfügig) zu steigern 🙂

Inas erster Ultra

Beim diesjährigen Vollmondmarathon am zweiten August-Wochenende war es endlich soweit: Ina hatte zu ihrem ersten Ultra-Marathon gemeldet.

Kurz vorher gab es noch einige Unwägbarkeiten. Aufgrund des Sturm-Tiefs „Ziros“, welches Ende Juni im Spandauer und Tegeler Forst heftige Sturmschäden hinterließ, war die Vollmond-Strecke durch den Tegeler Forst immer noch bis Mitte August aus gutem Grund gesperrt. Aber die Organisitoren ließen einfach die Ultras die Pendel-Strecke der Halbmarthonis zwei Mal laufen. Verbunden mit einer Zusatzschleife, damit dann auch ein Ultra daraus wurde.

Ich kam mit Ina bereits mehr als eine Stunde vor dem Start dort an, um uns mit der Situation vertraut zu machen und uns mit Jan zu treffen:

Um 16 Uhr ging es dann los auf der Strecke raus in die Hitze. Pünktlich zum Vollmond-Wochenende war die Kälte-Periode aus dem Juli vorbei und wir hatten zum Start kuschelige knappe 30 Grad im Schatten. Wir liefen am Ende des Feldes begleitet von Andreas, der die erste Hälfte des Ultras als „Besenläufer“ fungierte.

Trotzdem, dass wir am Ende des Feldes waren, liefen wir ein flottes Tempo bei der Hitze. Immer am Wasser lang Richtung Tegeler See und Greenwich Promenade. Unterwegs bekamen wir dann eine Ahnung von den Sturmschäden aus dem Juni:

Das war schon beeindruckend!

Es ging weiter zur Greenwich Promenade und über die „Sechser-Brücke“ noch eine Runde in den Tegeler Forst, um dann die Kehre zu machen und den Weg zurück anzugehen. Das Tempo und die Hitze hatten – jedenfalls bei mir – ihre Spuren hinterlassen und ich überlegte ernsthaft am Sportszentrum Siemensstadt in Saatwinkel auszusteigen. Für eine weitere Pendelstrecke bei der Hitze konnte ich mich mental nicht mehr motivieren.

Also stieg ich dann entkräftet nach der ersten Runde aus und ermunterte Ina dazu, ihren ersten Ultra gemeinsam mit Jan zu finishen. Und das funktionierte auch richtig gut, wie mir Jan berichtete.

Glücklich und geschafft kamen dann beide im Vollmondschein ins Ziel:

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Ultra, Ina! Mögen hoffentlich noch einige folgen!!!

Intensive Juni-Läufe

Fischland-Darß-Zingst-Ultra und HEIDI-Challenge (2. Etappe)

Der Juni war dominiert von meinem diesjährigen Highlight dem Fischland-Darß-Zingst-Ultra (FDZU), worauf ich das ganze Jahr hingefiebert und gearbeitet hatte. Ich hatte nach meiner Teilnahme im letzten Jahr wieder gemeldet, da ich der Meinung bin, dass bei solchen extremen Läufen (wie z. B. Biel, Thüringen Ultra, 100 Meilen Berlin) eine Bestätigung (Wiederholung) der erbrachten Leistung unbedingt notwendig ist, um so ein Projekt abzuschließen.

Ich machte mir auch gute Hoffnung, dass ich aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen im letzten Jahr diesmal deutlich weniger Zeit benötigen würde. Als zweite Stufe meines Größenwahns zog ich auch in Erwägung, diesmal die volle Distanz (115 km) anstatt der „kurzen Runde“ (100 km) zu bewältigen. Es sollte wieder einmal alles ganz anders kommen ….

Zusatzlich war ich auch guter Dinge, da mich meine geliebte Frau bei diesem Trip begleitete und wir zudem eine ganze Woche ein Appartment in der Alten Seefahrtschule in Wustrow gebucht hatten.

Letztendlich musste ich aber dann beim FDZU sehr schnell erkennen, dass 15,5 Sonnenstunden – wenn auch bei erträglichen Temperaturen – genauso und auch noch mehr anstrengend sein können als die drei Schlechtwetterfronten, die ich letztes Jahr zu überstehen hatte. Kurz nach Barth bei km 42 hatte ich schon ernsthaft überlegt, ob ich aussteigen sollte. Die Rettung nahte aber in Person von Ralf, der just in diesem Moment überraschend und radfahrend hinter mir auftauchte und mir seine Radbegleitung anbot. Die nahm ich natürlich gerne an und konnte ohne Laufrucksack und zusätzlichem Gewicht – von dem ich auch so als Genußläufer einiges zuviel habe – wieder mit gutem Gefühl weiterlaufen. Letztendlich kam ich dann deutlich später als geplant aber dennoch glücklich am 100 km-Ziel an und ich war froh, dass wir noch vier Tage zur Regeneration auf dem Darß zur Verfügung hatten.

Im Vorfeld vom FDZU hatte ich auch meine Teilnahme an der HEIDI-Challenge zwei Wochen später in Berlin erwogen. Zumindest für die zweite Etappe am Sonntag (67 km). Die Teilnahme an einem weiteren Ultra direkt vor meiner Haustür war einfach zu verlockend, als dass ich hätte verzichten wollen.

Nachdem ich mich eine Woche nach dem FDZU dann einigermaßen erholt hatte und guter Dinge war, meldete ich mich dann kurzentschlossen dafür an. Letztendlich konnte ich auch diesen Ultra finishen und meiner Sammlung von Marathons/Ultramarathons zum Erreichen meines Mega-Ziels dem 100Marathon-Club hinzufügen.

Nach der Harzquerung ist vor dem FDZU

Den Mai habe ich genutzt, um mich für den anstehenden Fischland-Darß-Zingst-Ultra (FDZU) vorzubereiten, nachdem ich Ende April mit der Harzquerung meinen bereits vierten Ultra in diesem Jahr absolviert hatte.

Für erfahrene Ultra-Laufende hört sich das nicht unbedingt ambitioniert an, jedoch ist es für meine Verhältnisse doch ein beachtliches Ergebnis, da es genau der Saison-Planung entspricht, die ich Ende vergangenen Jahres skizziert hatte.

Die Harzquerung verlief etwas anders und ich hatte am Ende mehr als eine Stunde benötigt, als ich geplant hatte. Aber es war dennoch ein schöner und entspannter Lauf und das zählt ja am Ende: Erlebnis vor Ergebnis …

Ich war wieder mit Ralf verabredet, der die Harzquerung als „Regenerationslauf“ nach dem JUNUT und vor der Heidi 222 am Pfingst-Wochenende nutzte. Wir kamen am Vortag in Wernigerode an und teilten uns für die Übernachtung eine Gästewohnung. Angekommen erkundeten wir Wernigerode. Die Stadt war gut besucht, da es das Wochende vor der Walpurgisnacht auf dem nahen Bocksberg war. Wir machten uns auf, den Aufstieg zum Wernigeroder Schloss zu erklimmen und eine Aussicht über den Harz und der drohenden Strecke am darauffolgenden Tag zu erlangen.

Am nächsten Morgen ging es dann mit vielen anderen Naturfreunden los in den Harz. Die 44. Harzquerung war bereits seit Anfang des Jahres völlig ausgebucht und es herrschte ein hektisches Gedränge vor dem Start. Die ein oder andere Laufbekanntschaft befand sich auch darunter.

Wir nutzten den recht steilen Einstieg dazu, uns mit einigen Mitlaufenden zu unterhalten und Mut zuzusprechen für das Kommende. Recht bald merkte ich, dass ich die angestrebte Pace an dem Tag nicht halten konnte und passte mich meinen Möglichkeiten an. Wollte ich doch eh nur einen weiteren (Ultra)Marathon auf meinem Weg zum 100 Marathon-Club sammeln.

Ich genoss das wirklich ideale Laufwetter und ließ meinen Blick – wenn es denn das Geläuf zuließ – über den Harz schweifen. War ich bei meiner letzten Teilnahme vor drei Jahren (2022) noch geschockt über die Auswirkungen des Baumsterbens im Harz und über die wirklich kahlen Hügel (Der Wald war weg!), sah ich diesmal zarte Anzeichen der Bemühungen der zwischenzeitlichen Aufforstung und war sehr erfreut.

Ein kurzes und obligatorisches Gipfelfoto auf der höchsten Erhebung auf der Strecke, dem Poppenberg, und dann ging es vorwiegend bergab – aber doch noch mit drei weiteren zum Teil knackigen Anstiegen – in Richtung Nordhausen. Nach etwa achteinhalb Stunden kam ich dann in Nordhausen an und war sehr glücklich.

Nun bin ich gespannt, ob es mir in zwei Wochen gelingen wird, den FDZU ein zweites Mal zu finishen und hoffe auf ein deutlich besseres Wetter als im vergangenen Jahr.