Autor: Franz
Ein abwechslungreicher Monat
Der zurückliegende April war läuferisch so wechselhaft wie es man eben dem April nachsagt. Nachdem ich nach den harten Wintermonaten im März endlich wieder mal auf Strecke kam, ging ich davon aus, dass es sich nun stetig so weiter entwickeln könnte.
Doch eine lästige Erkältung zwang mich – wie viele andere Lauffreunde auch – mit dem Training auszusetzen bzw. dieses arg zu reduzieren. Ich bin da überaus vorsichtig. Viel zu oft habe ich gelesen, dass Läuferinnen und Läufer es bitter bereut und mitunter auch bezahlt haben, trotz Erkältungssymptomen weiter am Trainingsumfang festzuhalten. Also fügte ich mich schweren Herzens in mein Schicksal.
Trotzdem hatte der April zwei läuferische Highlights „in petto“. Mitte April absolvierte unser Lauftherapie-Kurs seinen Abschlusslauf im Rahmen des Haveluferlaufes des ESV Lok Potsdam bei bestem Wetter auf einer malerischen Strecke direkt an der Havel. Trotz leichter Erkältungsymptome traute ich mir die kurze Distanz über 4,2 km, die bei dem langsamen Lauftherapie-Tempo für die Erreichung des Lauftherapieziels – 30minütiges ununterbrochenes Laufen – auskömmlich war. Alle hatten ihren Spaß und ich habe es nicht bereut.

Anschließend bereitete ich mich extrem vorsichtig auf den Darß-Marathon am letzten April-Wochenende vor. Konnte aber aufgrund meiner lästig anhaltenden Erkältung keinen weiteren langen Lauf mehr in die Vorbereitung integrieren. Ich war aber guter Dinge, dass ich aufgrund meiner Erfahrung den Lauf angehen und auch finishen könnte, sollte bis dahin meine Erkältung überwunden sein. Letztendlich lief alles gut und ich konnte am 26. April in Wieck an den Start gehen. Ich hatte mir als Ziel gesetzt, innerhalb der vorgegebenen sechs Stunden zu finishen und wollte mit einer Durchschnitts-Pace von 07:30 Min/km durchkommen. Bis zum Halbmarathon und durch den Darßer Urwald lief alles super und ich hatte tatsächlich bis dahin eine Pace von unter 07:00 Min./km. Ich war guter Dinge, dass ich meine angestrebte Durchschnitts-Pace am Ende auch nicht überschreiten würde. Wusste ich doch aufgrund meiner früheren Teilnahmen, dass die zweite Hälfte am Saaler Bodden lang und unter voller Sonneneinstrahlung wieder einmal für mich sehr anstrengend werden würde.
Letztendlich kam ich dann auch wohlbehalten und glücklich wie geplant im Ziel an und war sehr glücklich. # 92 meiner Marathon/Ultra-Marathon-Historie hatte ich gefinisht. Nun sind es nur noch acht weitere, um mein Mega-Ziel in den 100Marathon-Club zu kommen zu erreichen.



Es läuft wieder!!
Nachdem die extrem kalten Wintermonate mit dem Januar und Februar zu Ende gegangen sind, war es im März für mich eine große Freude, wieder „normal“ laufen zu können und bin direkt am 01. März bei meinen ersten 6-Stunden-Lauf, dem Dreilinden-Ultra, gestartet.
Natürlich war ich sehr skeptisch, ob ich mit der mangelnden Vorbereitung sechs Stunden bewältigen würde. War ich doch seit mehr als vier Monaten nie mehr als drei Stunden gelaufen. Trotzdem ging ich optimistisch (wie sonst auch als Ultra) an die Startlinie und nahm mir vor, auf jeden Fall eine Strecke von > 45 km zu absolvieren, um ein weiteres Ranking auf der DUV-Seite zu bekommen. Die Runde am Albert-Einstein-Ring war genau 1.078 Meter lang und das Schöne an diesem Rundenlauf war, dass wir nach jeder Runde auch Verpflegung zur Verfügung hatten. Also musste ich nicht zusätzliches Gepäck mitschleppen. Es waren einige Bekannte unterwegs und das Wetter war auch okay. Letztendlich kam ich auf verdiente und zuletzt zähe 46,34 km und hatte mein Ziel erreicht 🙂
Von diesem positiven Ergebnis angesteckt war dass dann ein guter Start in den März und ich konnte endlich meine geliebten Wochenumfänge und Genußläufe mit liebgewonnenen Lauffreunden absolvieren. Der Größenwahn kehrte auch zurück und ich liebäugelte bereits damit, meine reduzierte Laufplanung für dieses Jahr zu revidieren. Letztlich fing ich mich aber wieder ein und ich werde dabei bleiben, dieses Jahr deutlich weniger Ultras und Marathons zu laufen, als in den vergangenen vier Jahren.
Mein nächster „Wettkampf“ ist der Darß-Marathon Ende April und ich werde diesen natürlich wieder als „Lebens- und Genußläufer“ absolvieren. Bis dahin genieße ich die Freiheit, ohne Termin-Druck und Trainingsvorgaben mich langsam und stetig marathontauglich zu machen.
Im Würgegriff des Winters
Hatte ich in meinem letzten Blog Ende vergangenen Jahres angekündigt, dass ich in 2026 etwas kürzer treten möchte als in den beiden vorangegangenen Jahren, hätte ich doch nicht gedacht, dass ich infolge der arktischen Witterung im Januar und Februar so wenig laufen würde. Mein Laufpensum in den ersten beiden Monaten war zwar nicht so historisch wie der Winter in Berlin (Der härteste seit 16 Jahren und ich kann das bestätigen!) aber bei Studium meiner Aufzeichnungen stellte ich doch fest, dass ich so wenig wie seit sechs Jahren nicht mehr gelaufen bin.
Ich habe in den beiden Monaten lediglich meine Lauftherapie-Einheiten in den beiden Kliniken abgespult. Wir sind vorwiegend auf den einigermaßen geräumten und gestreuten Klinikgeländen in reduzierten Umfängen gelaufen. An Laufeinheiten auf Berliner Straßen, war ja aufgrund der allgemein bekannten Verhältnisse nicht in Traum daran zu denken.
Trotzdem habe ich mir nicht die Laune verderben lassen und es auch mal als Chance gesehen, meinem Körper und deren Sehnen und Muskeln eine längere Erholungspause zu gönnen. Ich bin ja seit kurzem im 65. Lebensjahr angekommen und nicht mehr der Jüngste …. Zudem ist ja allgemein bekannt, dass so eine Erholungsphase nicht das Schlechteste ist, um dann die Laufsaison anzugehen. Nun da der Frühling schon zaghaft die ersten Signale zeigt und zu hoffen ist, dass der Spuk nun vorbei sein könnte, bin ich gespannt, wie diese These sich in der Realität behaupten wird.
Mein Laufkalender für das laufende Jahr hat sich auch etwas gefüllt. Neben dem bereits gebuchten Darß-Marathon Ende April habe ich nun auch für 6 Stunden-Lauf beim Dreilinden-Ultra gemeldet. Außerdem ist der Mad Chicken Run nach den Teilnahmen in den beiden vergangenen Jahren Pflicht und bereits gebucht. Für eine Woche später habe ich dann noch mein Startrecht als Jubilee des Berlin-Marathons gezogen. Einen weiteren Lauf werde ich wohl noch hinzunehmen – mehr aber nicht.
2025 – Ein guter Abschluss!
Alles in allem war das zurückliegende Jahr zufriedenstellend und ich konnte alle meine gesetzten Ziele erreichen.
Der krönende Abschluss war der heutige Silvesterlauf vom SCC im Grunewald. Aufgrund der Wetterlage ging es bedauerlicherweise nicht über den Teufelsberg. Im Nachgang und aufgrund der auch ohne Höhenmetern vereisten Streckenführung, kann ich sagen, dass das eine gute und verantwortungsvolle Entscheidung des Veranstalters war. Letztendlich hatte ich meinen Spaß und konnte einen guten Abschluss setzen.
Meine zweite Augen-OP Mitte Dezember verlief sehr gut. Nachdem der zwischenzeitliche Schleier auf dem linken Auge gottseidank wieder verschwunden ist, sehe ich scharf wie ein Adler und genieße die gewonnene Freiheit beim Laufen. Es ist das erste Mal, dass ich ohne Sehhilfe – keine Brille, keine Kontaktlinsen – laufen kann. Ein Segen …!!!
Dennoch habe ich beschlossen, dass ich nach den zurückliegenden beiden Jahren mit jeweils 10 Ultras und Marathons im kommenden Jahr etwas kürzen treten will. Für kommendes Jahr verzichte ich auf die Winter-Ultras und habe ich erst für den Darß-Marathon im April angemeldet. Mal schauen, was ich sonst noch im kommenden Jahr noch laufe. Mehr als fünf/sechs Veranstaltungen sollen es aber nicht werden.
Ich werde also nicht im kommenden Jahr mein Mega-Ziel, das Erreichen des 100 MC anstreben und habe mir diesen schönen Moment für mein erstes Rentenjahr in 2027 aufgehoben. Wenn alles wie geplant klappt, wird es dann bei den 100 km in Biel sein.
Ich wünsche allen ein ereignisreiches und vor allem verletzungsfreies Laufjahr°
Regeneration und Augen
Der November war davon geprägt, dass es seit langem ein gesamter Monat ohne Teilnahme an einer Laufveranstaltung war und das habe ich sehr genossen.
Nachdem ich Ende Oktober mit dem Dresden-Marathon meinen insgesamt 90. Marathon/Ultra gefinisht hatte, war es ziemlich schnell für mich klar, dass ich damit meine diesjährige „Wettkampf-Saison“ beendet hatte. Hinzu kam, dass ich für den 24.11.25 meine erste Augen-OP anstand. Ich war sehr skeptisch, was mich erwarten würde und hatte trotz zahlreicher Ermutigungen reichlich Bammel. Nun kann ich sagen, dass ich die erste OP gut überstanden habe und angenehm überrascht bin, wie sehr mein Sehvermögen am operierten Auge sich verbessert hat. Nun steht Mitte Dezember die OP am anderen Auge an und ich bin guter Dinge. Bis dahin gilt es die Übergangszeit und das dadurch differenzierte räumliche Sehvermögen auszugleichen und zu improvisieren. Aber als Ultra hat man ja reichlich Erfahrung mit der Bewältigung von schwierigen Situationen und Anwendung von Provisorien. Wir werden sehen ….
Die letzten Wochen des Jahres nutze ich vor allem zur Regeneration und nur für kleine überschaubare Laufumfänge. Nebenbei bin ich natürlich auch dabei, mich schon mal mit den Planungen für das kommende Jahr zu beschäftigen und werde darüber im Dezember berichten.
Ab jetzt wird runtergezählt!
Am vergangenen Sonntag habe ich in Dresden meinen 90. Marathon/Ultra gefinisht. Ein großer Meilenstein für meine Mega-Ziel, das Erreichen des 100 Marathon-Clubs. Ab jetzt wird runtergezählt 🙂
Mad Chicken Run 2025 – Gelungenes Abenteuer mit Unterstützung – Gemeinsam läuft es besser!
Am letzten September-Wochenende machten wir uns auf dem Weg zum Mad Chicken Run bei Hänchen (ohne h) in der Nähe von Cottbus. Ich hatte im letzten Jahr erstmals an diesem Event teilgenommen und war vom Format schwer begeistert. Aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres und der beschwerlichen Unterbringung in meinem altgedienten Wurfzelt hatte ich für dieses Jahr die Luxusvariante mit Camper anvisiert und konnte auch Ela und Martin überzeugen, mich dabei zu begleiten und zu unterstützen.
Nachdem wir am Freitagmittag unseren Camper von der Verleihstation abgeholt und uns mit den Details vertraut gemacht hatten, ging es dann mit einiger Verspätung los Richtung Hänchen, wo wir am Abend und noch rechtzeitig zur Knödelparty im Böhmischen Rasthof ankamen. Nach einem stimmungsvollen Abend konnten wir dann unseren Camper soweit aufbauen, dass wir für den anstehenden Wettkampftag gerüstet schienen und noch eine nächtliche Begehung der 2 km-Runde absolvieren konnten. Zudem war auch noch ein megageiler Sternenhimmel zu sehen. Matze, ein Lauffreund aus Berlin, gesellte sich hinzu und richtete auch Grüße von Werner aus, der sich wohl bereits schon schlafen gelegt hatte.
Am nächsten Morgen hatten wir strahlendes Sonnenwetter – kein Vergleich zum verregneten Wochenende im Vorjahr – und wir fieberten den Start des Mad Chicken Runs entgegen. Werner hatte ich inzwischen auch schon getroffen und wir waren alle bester Laune. Das „24 Std. Racing-Team“ war startklar:

Wir hatten es uns recht gemütlich gemacht und Vordach und Campingmöbel waren zum Ausruhen installiert.
Pünktlich um 10 Uhr erfolgte der Startschuss und ich machte mich wohlgemut auf die Runden. Ich hatte mir aufgrund des Vorjahres auch eine Strategie zurechtgelegt, mit dem Ziel mehr Runden zu absolvieren als letztes Jahr und auch flexiblere Boxen-Stopps und Schlafpausen einzulegen. Das Wetter war prächtig und ich konnte in kurzen Klamotten gemütlich mit einer 7er-Pace loslaufen. Die abwechslungsreiche Runde mit Asphalt, Waldweg mit Wurzelfallen und Feldwege hatte ich noch in guter Erinnerung. Erfreulich war auch, dass diesmal der Untergrund optimal war und keine Pfützen zu umrunden waren.
Es lief ganz gut und ich visierte meine Boxenstopps nach jeweils 10 absolvierten Runden (20 km) an. Die erste Schlafpause wollte ich dann nach Erreichen der geforderten Mindest-Distanz nach 30 Runden (60 km) einlegen.
Die ersten beiden Boxenstopps nach km 20 und km 40 – meine Rundenzeiten wurden wie erwartet langsamer – waren im Campingstuhl unter dem Vordach des Campers und dank der Unterstützung von Ela und Martin ein wahrer Genuß und in keinster Weise mit meinen Erholungspausen im letzten Jahr zu vergleichen. Unser Camper stand auch an einer strategisch günstigen Stelle. Genau dort, wo die einen Laufenden von der Runde zurück in Richtung Verpflegungsspunkt kamen und die anderen von dort wieder auf die große Runde aufbrachen. Es gab viel zu sehen und zu bestaunen und Ela und Martin hatten viel Spaß.
Gegen 19 Uhr hatte ich dann auch – rechtzeitig vor Einbruch der Dämmerung und einhergenden Stirnlampenpflicht – mein Minimalziel von 30 Runden und damit auch meine erste Schlafpause erreicht. Zum großen Glück gab es am VP auch eine warme Suppe mit Reis und Toppings. Die Verpflegung und Unterstützung der Helfenden beim Mad Chicken Run war wieder grandios!
Ich gönnte mir eine Schlafpause von etwas ca. vier Stunden und ging dann mit warmen Klamotten und Stirnlampe dann kurz nach 23 Uhr in die kühle Nacht. Ich war guter Dinge, da ich auch bereits einige Nachtläufe hinter mir habe und diese sehr mag. Ich hatte dieses Jahr auch bereits am Nachtlauf der LG Mauerweg im Juli teilgenommen und fühlte mich für diese dunkle Phase der 24 Stunden gut vorbereitet. Natürlich passte ich auch mein Laufverhalten und mein Tempo den nächtlichen Gegebenheiten an, bewältigte die Wald- und Feldwegrunde nur noch im Power-Walking und lief nur noch auf den Asphalt-Strecken. Ansonsten wäre mir die Stolper-Gefahr allzu groß gewesen. Inbesondere auch deshalb, da ich seit über einem Jahr auch einen zunehmenden Grauen Star habe, der im November/Dezember hoffentlich operativ behoben wird.
Ela war ganz hin und weg von der nächtlichen Atmosphäre und den Lichtern, die von den Laufenden mit ihren Stirnlampen erzeugt wurden und sie sagte auch, dass sie den Zusammenhalt und Team-Spirit deutlich spüren konnte. Was wirklich magisch war.
Mein nächstes Ziel war auf insgesamt 45 Runden (90 km) zu kommen und dann evtl. noch ein Power-Napping einzulegen. Der Camper lockte ungemein … Das tat ich dann auch kurz vor 5 Uhr morgens und konnte mich dann – ohne schlechtes Gewissen – eineinhalb Stunden aufs Ohr legen. Kurz nach 6 Uhr klingelte dann der Wecker und danach ging es zur letzten Etappe wieder auf der Strecke.
Es lief wieder sehr gut und ich war guter Dinge, dass ich mein Ziel, das Ergebnis vom Vorjahr zu toppen, erreichen konnte. Ich hatte 2024 insgesamt 53 Runden (106 km) absolviert und bereits um 7 Uhr morgens vorzeitig das Rennen beendet. Diesmal sollte es anders laufen und ich war motiviert bis zum Zielschluss um 10 Uhr durchzuhalten.
Das gelang mir dann auch und ich erreichte das Ziel nach 56 Runden (112 km) kurz vor Zielschluss – siebeneinhalb Minuten waren noch auf der Uhr:

Anschließend genoßen wir alle das gemeinsam Erreichte in der Morgensonne, bevor dann die Siegerehrung anstand:


Alles in allem war ich stolz wie Bolle und vor allem dankbar für die überragende Unterstützung meines Racing-Teams, Ela und Martin, die mich immer wieder super motivierten und mir das Gefühl gaben, nicht ganz alleine zu sein. Ebenso auch die Motivation von den ganzen Mitlaufenden – insbesondere von Matze, Werner und Aldo!
Anschließend machten wir dann bei dem schönen Wetter und auf Empfehlung von Aldo noch einen Abstecher nach Bad Muskau zum Fürst-Pückler-Park, bevor wir dann zur Rückreise nach Berlin aufbrachen.
Eine wirklich tolle Erfahrung, etwas gelassener und flexibler mit Unterstützung einen solchen 24 Std.-Lauf anzugehen. Für das nächste Jahr bin ich wieder voll motiviert, mit Freunden und Bekannten daran teilzunehmen. Und außerdem: Ich bin guter Dinge dann auch meine Leistung vom Vorjahr (geringfügig) zu steigern 🙂
Inas erster Ultra
Beim diesjährigen Vollmondmarathon am zweiten August-Wochenende war es endlich soweit: Ina hatte zu ihrem ersten Ultra-Marathon gemeldet.
Kurz vorher gab es noch einige Unwägbarkeiten. Aufgrund des Sturm-Tiefs „Ziros“, welches Ende Juni im Spandauer und Tegeler Forst heftige Sturmschäden hinterließ, war die Vollmond-Strecke durch den Tegeler Forst immer noch bis Mitte August aus gutem Grund gesperrt. Aber die Organisitoren ließen einfach die Ultras die Pendel-Strecke der Halbmarthonis zwei Mal laufen. Verbunden mit einer Zusatzschleife, damit dann auch ein Ultra daraus wurde.
Ich kam mit Ina bereits mehr als eine Stunde vor dem Start dort an, um uns mit der Situation vertraut zu machen und uns mit Jan zu treffen:

Um 16 Uhr ging es dann los auf der Strecke raus in die Hitze. Pünktlich zum Vollmond-Wochenende war die Kälte-Periode aus dem Juli vorbei und wir hatten zum Start kuschelige knappe 30 Grad im Schatten. Wir liefen am Ende des Feldes begleitet von Andreas, der die erste Hälfte des Ultras als „Besenläufer“ fungierte.
Trotzdem, dass wir am Ende des Feldes waren, liefen wir ein flottes Tempo bei der Hitze. Immer am Wasser lang Richtung Tegeler See und Greenwich Promenade. Unterwegs bekamen wir dann eine Ahnung von den Sturmschäden aus dem Juni:

Das war schon beeindruckend!
Es ging weiter zur Greenwich Promenade und über die „Sechser-Brücke“ noch eine Runde in den Tegeler Forst, um dann die Kehre zu machen und den Weg zurück anzugehen. Das Tempo und die Hitze hatten – jedenfalls bei mir – ihre Spuren hinterlassen und ich überlegte ernsthaft am Sportszentrum Siemensstadt in Saatwinkel auszusteigen. Für eine weitere Pendelstrecke bei der Hitze konnte ich mich mental nicht mehr motivieren.
Also stieg ich dann entkräftet nach der ersten Runde aus und ermunterte Ina dazu, ihren ersten Ultra gemeinsam mit Jan zu finishen. Und das funktionierte auch richtig gut, wie mir Jan berichtete.


Glücklich und geschafft kamen dann beide im Vollmondschein ins Ziel:

Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Ultra, Ina! Mögen hoffentlich noch einige folgen!!!
Intensive Juni-Läufe
Fischland-Darß-Zingst-Ultra und HEIDI-Challenge (2. Etappe)
Der Juni war dominiert von meinem diesjährigen Highlight dem Fischland-Darß-Zingst-Ultra (FDZU), worauf ich das ganze Jahr hingefiebert und gearbeitet hatte. Ich hatte nach meiner Teilnahme im letzten Jahr wieder gemeldet, da ich der Meinung bin, dass bei solchen extremen Läufen (wie z. B. Biel, Thüringen Ultra, 100 Meilen Berlin) eine Bestätigung (Wiederholung) der erbrachten Leistung unbedingt notwendig ist, um so ein Projekt abzuschließen.
Ich machte mir auch gute Hoffnung, dass ich aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen im letzten Jahr diesmal deutlich weniger Zeit benötigen würde. Als zweite Stufe meines Größenwahns zog ich auch in Erwägung, diesmal die volle Distanz (115 km) anstatt der „kurzen Runde“ (100 km) zu bewältigen. Es sollte wieder einmal alles ganz anders kommen ….
Zusatzlich war ich auch guter Dinge, da mich meine geliebte Frau bei diesem Trip begleitete und wir zudem eine ganze Woche ein Appartment in der Alten Seefahrtschule in Wustrow gebucht hatten.
Letztendlich musste ich aber dann beim FDZU sehr schnell erkennen, dass 15,5 Sonnenstunden – wenn auch bei erträglichen Temperaturen – genauso und auch noch mehr anstrengend sein können als die drei Schlechtwetterfronten, die ich letztes Jahr zu überstehen hatte. Kurz nach Barth bei km 42 hatte ich schon ernsthaft überlegt, ob ich aussteigen sollte. Die Rettung nahte aber in Person von Ralf, der just in diesem Moment überraschend und radfahrend hinter mir auftauchte und mir seine Radbegleitung anbot. Die nahm ich natürlich gerne an und konnte ohne Laufrucksack und zusätzlichem Gewicht – von dem ich auch so als Genußläufer einiges zuviel habe – wieder mit gutem Gefühl weiterlaufen. Letztendlich kam ich dann deutlich später als geplant aber dennoch glücklich am 100 km-Ziel an und ich war froh, dass wir noch vier Tage zur Regeneration auf dem Darß zur Verfügung hatten.
Im Vorfeld vom FDZU hatte ich auch meine Teilnahme an der HEIDI-Challenge zwei Wochen später in Berlin erwogen. Zumindest für die zweite Etappe am Sonntag (67 km). Die Teilnahme an einem weiteren Ultra direkt vor meiner Haustür war einfach zu verlockend, als dass ich hätte verzichten wollen.
Nachdem ich mich eine Woche nach dem FDZU dann einigermaßen erholt hatte und guter Dinge war, meldete ich mich dann kurzentschlossen dafür an. Letztendlich konnte ich auch diesen Ultra finishen und meiner Sammlung von Marathons/Ultramarathons zum Erreichen meines Mega-Ziels dem 100Marathon-Club hinzufügen.