Alles in allem war das zurückliegende Jahr zufriedenstellend und ich konnte alle meine gesetzten Ziele erreichen.
Der krönende Abschluss war der heutige Silvesterlauf vom SCC im Grunewald. Aufgrund der Wetterlage ging es bedauerlicherweise nicht über den Teufelsberg. Im Nachgang und aufgrund der auch ohne Höhenmetern vereisten Streckenführung, kann ich sagen, dass das eine gute und verantwortungsvolle Entscheidung des Veranstalters war. Letztendlich hatte ich meinen Spaß und konnte einen guten Abschluss setzen.
Meine zweite Augen-OP Mitte Dezember verlief sehr gut. Nachdem der zwischenzeitliche Schleier auf dem linken Auge gottseidank wieder verschwunden ist, sehe ich scharf wie ein Adler und genieße die gewonnene Freiheit beim Laufen. Es ist das erste Mal, dass ich ohne Sehhilfe – keine Brille, keine Kontaktlinsen – laufen kann. Ein Segen …!!!
Dennoch habe ich beschlossen, dass ich nach den zurückliegenden beiden Jahren mit jeweils 10 Ultras und Marathons im kommenden Jahr etwas kürzen treten will. Für kommendes Jahr verzichte ich auf die Winter-Ultras und habe ich erst für den Darß-Marathon im April angemeldet. Mal schauen, was ich sonst noch im kommenden Jahr noch laufe. Mehr als fünf/sechs Veranstaltungen sollen es aber nicht werden.
Ich werde also nicht im kommenden Jahr mein Mega-Ziel, das Erreichen des 100 MC anstreben und habe mir diesen schönen Moment für mein erstes Rentenjahr in 2027 aufgehoben. Wenn alles wie geplant klappt, wird es dann bei den 100 km in Biel sein.
Ich wünsche allen ein ereignisreiches und vor allem verletzungsfreies Laufjahr°
Der November war davon geprägt, dass es seit langem ein gesamter Monat ohne Teilnahme an einer Laufveranstaltung war und das habe ich sehr genossen.
Nachdem ich Ende Oktober mit dem Dresden-Marathon meinen insgesamt 90. Marathon/Ultra gefinisht hatte, war es ziemlich schnell für mich klar, dass ich damit meine diesjährige „Wettkampf-Saison“ beendet hatte. Hinzu kam, dass ich für den 24.11.25 meine erste Augen-OP anstand. Ich war sehr skeptisch, was mich erwarten würde und hatte trotz zahlreicher Ermutigungen reichlich Bammel. Nun kann ich sagen, dass ich die erste OP gut überstanden habe und angenehm überrascht bin, wie sehr mein Sehvermögen am operierten Auge sich verbessert hat. Nun steht Mitte Dezember die OP am anderen Auge an und ich bin guter Dinge. Bis dahin gilt es die Übergangszeit und das dadurch differenzierte räumliche Sehvermögen auszugleichen und zu improvisieren. Aber als Ultra hat man ja reichlich Erfahrung mit der Bewältigung von schwierigen Situationen und Anwendung von Provisorien. Wir werden sehen ….
Die letzten Wochen des Jahres nutze ich vor allem zur Regeneration und nur für kleine überschaubare Laufumfänge. Nebenbei bin ich natürlich auch dabei, mich schon mal mit den Planungen für das kommende Jahr zu beschäftigen und werde darüber im Dezember berichten.
Am vergangenen Sonntag habe ich in Dresden meinen 90. Marathon/Ultra gefinisht. Ein großer Meilenstein für meine Mega-Ziel, das Erreichen des 100 Marathon-Clubs. Ab jetzt wird runtergezählt 🙂
Am letzten September-Wochenende machten wir uns auf dem Weg zum Mad Chicken Run bei Hänchen (ohne h) in der Nähe von Cottbus. Ich hatte im letzten Jahr erstmals an diesem Event teilgenommen und war vom Format schwer begeistert. Aufgrund der Erfahrungen des Vorjahres und der beschwerlichen Unterbringung in meinem altgedienten Wurfzelt hatte ich für dieses Jahr die Luxusvariante mit Camper anvisiert und konnte auch Ela und Martin überzeugen, mich dabei zu begleiten und zu unterstützen.
Nachdem wir am Freitagmittag unseren Camper von der Verleihstation abgeholt und uns mit den Details vertraut gemacht hatten, ging es dann mit einiger Verspätung los Richtung Hänchen, wo wir am Abend und noch rechtzeitig zur Knödelparty im Böhmischen Rasthof ankamen. Nach einem stimmungsvollen Abend konnten wir dann unseren Camper soweit aufbauen, dass wir für den anstehenden Wettkampftag gerüstet schienen und noch eine nächtliche Begehung der 2 km-Runde absolvieren konnten. Zudem war auch noch ein megageiler Sternenhimmel zu sehen. Matze, ein Lauffreund aus Berlin, gesellte sich hinzu und richtete auch Grüße von Werner aus, der sich wohl bereits schon schlafen gelegt hatte.
Am nächsten Morgen hatten wir strahlendes Sonnenwetter – kein Vergleich zum verregneten Wochenende im Vorjahr – und wir fieberten den Start des Mad Chicken Runs entgegen. Werner hatte ich inzwischen auch schon getroffen und wir waren alle bester Laune. Das „24 Std. Racing-Team“ war startklar:
Wir hatten es uns recht gemütlich gemacht und Vordach und Campingmöbel waren zum Ausruhen installiert.
Pünktlich um 10 Uhr erfolgte der Startschuss und ich machte mich wohlgemut auf die Runden. Ich hatte mir aufgrund des Vorjahres auch eine Strategie zurechtgelegt, mit dem Ziel mehr Runden zu absolvieren als letztes Jahr und auch flexiblere Boxen-Stopps und Schlafpausen einzulegen. Das Wetter war prächtig und ich konnte in kurzen Klamotten gemütlich mit einer 7er-Pace loslaufen. Die abwechslungsreiche Runde mit Asphalt, Waldweg mit Wurzelfallen und Feldwege hatte ich noch in guter Erinnerung. Erfreulich war auch, dass diesmal der Untergrund optimal war und keine Pfützen zu umrunden waren.
Es lief ganz gut und ich visierte meine Boxenstopps nach jeweils 10 absolvierten Runden (20 km) an. Die erste Schlafpause wollte ich dann nach Erreichen der geforderten Mindest-Distanz nach 30 Runden (60 km) einlegen.
Die ersten beiden Boxenstopps nach km 20 und km 40 – meine Rundenzeiten wurden wie erwartet langsamer – waren im Campingstuhl unter dem Vordach des Campers und dank der Unterstützung von Ela und Martin ein wahrer Genuß und in keinster Weise mit meinen Erholungspausen im letzten Jahr zu vergleichen. Unser Camper stand auch an einer strategisch günstigen Stelle. Genau dort, wo die einen Laufenden von der Runde zurück in Richtung Verpflegungsspunkt kamen und die anderen von dort wieder auf die große Runde aufbrachen. Es gab viel zu sehen und zu bestaunen und Ela und Martin hatten viel Spaß.
Gegen 19 Uhr hatte ich dann auch – rechtzeitig vor Einbruch der Dämmerung und einhergenden Stirnlampenpflicht – mein Minimalziel von 30 Runden und damit auch meine erste Schlafpause erreicht. Zum großen Glück gab es am VP auch eine warme Suppe mit Reis und Toppings. Die Verpflegung und Unterstützung der Helfenden beim Mad Chicken Run war wieder grandios!
Ich gönnte mir eine Schlafpause von etwas ca. vier Stunden und ging dann mit warmen Klamotten und Stirnlampe dann kurz nach 23 Uhr in die kühle Nacht. Ich war guter Dinge, da ich auch bereits einige Nachtläufe hinter mir habe und diese sehr mag. Ich hatte dieses Jahr auch bereits am Nachtlauf der LG Mauerweg im Juli teilgenommen und fühlte mich für diese dunkle Phase der 24 Stunden gut vorbereitet. Natürlich passte ich auch mein Laufverhalten und mein Tempo den nächtlichen Gegebenheiten an, bewältigte die Wald- und Feldwegrunde nur noch im Power-Walking und lief nur noch auf den Asphalt-Strecken. Ansonsten wäre mir die Stolper-Gefahr allzu groß gewesen. Inbesondere auch deshalb, da ich seit über einem Jahr auch einen zunehmenden Grauen Star habe, der im November/Dezember hoffentlich operativ behoben wird.
Ela war ganz hin und weg von der nächtlichen Atmosphäre und den Lichtern, die von den Laufenden mit ihren Stirnlampen erzeugt wurden und sie sagte auch, dass sie den Zusammenhalt und Team-Spirit deutlich spüren konnte. Was wirklich magisch war.
Mein nächstes Ziel war auf insgesamt 45 Runden (90 km) zu kommen und dann evtl. noch ein Power-Napping einzulegen. Der Camper lockte ungemein … Das tat ich dann auch kurz vor 5 Uhr morgens und konnte mich dann – ohne schlechtes Gewissen – eineinhalb Stunden aufs Ohr legen. Kurz nach 6 Uhr klingelte dann der Wecker und danach ging es zur letzten Etappe wieder auf der Strecke.
Es lief wieder sehr gut und ich war guter Dinge, dass ich mein Ziel, das Ergebnis vom Vorjahr zu toppen, erreichen konnte. Ich hatte 2024 insgesamt 53 Runden (106 km) absolviert und bereits um 7 Uhr morgens vorzeitig das Rennen beendet. Diesmal sollte es anders laufen und ich war motiviert bis zum Zielschluss um 10 Uhr durchzuhalten.
Das gelang mir dann auch und ich erreichte das Ziel nach 56 Runden (112 km) kurz vor Zielschluss – siebeneinhalb Minuten waren noch auf der Uhr:
Anschließend genoßen wir alle das gemeinsam Erreichte in der Morgensonne, bevor dann die Siegerehrung anstand:
Alles in allem war ich stolz wie Bolle und vor allem dankbar für die überragende Unterstützung meines Racing-Teams, Ela und Martin, die mich immer wieder super motivierten und mir das Gefühl gaben, nicht ganz alleine zu sein. Ebenso auch die Motivation von den ganzen Mitlaufenden – insbesondere von Matze, Werner und Aldo!
Anschließend machten wir dann bei dem schönen Wetter und auf Empfehlung von Aldo noch einen Abstecher nach Bad Muskau zum Fürst-Pückler-Park, bevor wir dann zur Rückreise nach Berlin aufbrachen.
Eine wirklich tolle Erfahrung, etwas gelassener und flexibler mit Unterstützung einen solchen 24 Std.-Lauf anzugehen. Für das nächste Jahr bin ich wieder voll motiviert, mit Freunden und Bekannten daran teilzunehmen. Und außerdem: Ich bin guter Dinge dann auch meine Leistung vom Vorjahr (geringfügig) zu steigern 🙂
Beim diesjährigen Vollmondmarathon am zweiten August-Wochenende war es endlich soweit: Ina hatte zu ihrem ersten Ultra-Marathon gemeldet.
Kurz vorher gab es noch einige Unwägbarkeiten. Aufgrund des Sturm-Tiefs „Ziros“, welches Ende Juni im Spandauer und Tegeler Forst heftige Sturmschäden hinterließ, war die Vollmond-Strecke durch den Tegeler Forst immer noch bis Mitte August aus gutem Grund gesperrt. Aber die Organisitoren ließen einfach die Ultras die Pendel-Strecke der Halbmarthonis zwei Mal laufen. Verbunden mit einer Zusatzschleife, damit dann auch ein Ultra daraus wurde.
Ich kam mit Ina bereits mehr als eine Stunde vor dem Start dort an, um uns mit der Situation vertraut zu machen und uns mit Jan zu treffen:
Um 16 Uhr ging es dann los auf der Strecke raus in die Hitze. Pünktlich zum Vollmond-Wochenende war die Kälte-Periode aus dem Juli vorbei und wir hatten zum Start kuschelige knappe 30 Grad im Schatten. Wir liefen am Ende des Feldes begleitet von Andreas, der die erste Hälfte des Ultras als „Besenläufer“ fungierte.
Trotzdem, dass wir am Ende des Feldes waren, liefen wir ein flottes Tempo bei der Hitze. Immer am Wasser lang Richtung Tegeler See und Greenwich Promenade. Unterwegs bekamen wir dann eine Ahnung von den Sturmschäden aus dem Juni:
Das war schon beeindruckend!
Es ging weiter zur Greenwich Promenade und über die „Sechser-Brücke“ noch eine Runde in den Tegeler Forst, um dann die Kehre zu machen und den Weg zurück anzugehen. Das Tempo und die Hitze hatten – jedenfalls bei mir – ihre Spuren hinterlassen und ich überlegte ernsthaft am Sportszentrum Siemensstadt in Saatwinkel auszusteigen. Für eine weitere Pendelstrecke bei der Hitze konnte ich mich mental nicht mehr motivieren.
Also stieg ich dann entkräftet nach der ersten Runde aus und ermunterte Ina dazu, ihren ersten Ultra gemeinsam mit Jan zu finishen. Und das funktionierte auch richtig gut, wie mir Jan berichtete.
Glücklich und geschafft kamen dann beide im Vollmondschein ins Ziel:
Herzlichen Glückwunsch zu Deinem ersten Ultra, Ina! Mögen hoffentlich noch einige folgen!!!
Fischland-Darß-Zingst-Ultra und HEIDI-Challenge (2. Etappe)
Der Juni war dominiert von meinem diesjährigen Highlight dem Fischland-Darß-Zingst-Ultra (FDZU), worauf ich das ganze Jahr hingefiebert und gearbeitet hatte. Ich hatte nach meiner Teilnahme im letzten Jahr wieder gemeldet, da ich der Meinung bin, dass bei solchen extremen Läufen (wie z. B. Biel, Thüringen Ultra, 100 Meilen Berlin) eine Bestätigung (Wiederholung) der erbrachten Leistung unbedingt notwendig ist, um so ein Projekt abzuschließen.
Ich machte mir auch gute Hoffnung, dass ich aufgrund der schlechten Witterungsbedingungen im letzten Jahr diesmal deutlich weniger Zeit benötigen würde. Als zweite Stufe meines Größenwahns zog ich auch in Erwägung, diesmal die volle Distanz (115 km) anstatt der „kurzen Runde“ (100 km) zu bewältigen. Es sollte wieder einmal alles ganz anders kommen ….
Zusatzlich war ich auch guter Dinge, da mich meine geliebte Frau bei diesem Trip begleitete und wir zudem eine ganze Woche ein Appartment in der Alten Seefahrtschule in Wustrow gebucht hatten.
Letztendlich musste ich aber dann beim FDZU sehr schnell erkennen, dass 15,5 Sonnenstunden – wenn auch bei erträglichen Temperaturen – genauso und auch noch mehr anstrengend sein können als die drei Schlechtwetterfronten, die ich letztes Jahr zu überstehen hatte. Kurz nach Barth bei km 42 hatte ich schon ernsthaft überlegt, ob ich aussteigen sollte. Die Rettung nahte aber in Person von Ralf, der just in diesem Moment überraschend und radfahrend hinter mir auftauchte und mir seine Radbegleitung anbot. Die nahm ich natürlich gerne an und konnte ohne Laufrucksack und zusätzlichem Gewicht – von dem ich auch so als Genußläufer einiges zuviel habe – wieder mit gutem Gefühl weiterlaufen. Letztendlich kam ich dann deutlich später als geplant aber dennoch glücklich am 100 km-Ziel an und ich war froh, dass wir noch vier Tage zur Regeneration auf dem Darß zur Verfügung hatten.
Im Vorfeld vom FDZU hatte ich auch meine Teilnahme an der HEIDI-Challenge zwei Wochen später in Berlin erwogen. Zumindest für die zweite Etappe am Sonntag (67 km). Die Teilnahme an einem weiteren Ultra direkt vor meiner Haustür war einfach zu verlockend, als dass ich hätte verzichten wollen.
Nachdem ich mich eine Woche nach dem FDZU dann einigermaßen erholt hatte und guter Dinge war, meldete ich mich dann kurzentschlossen dafür an. Letztendlich konnte ich auch diesen Ultra finishen und meiner Sammlung von Marathons/Ultramarathons zum Erreichen meines Mega-Ziels dem 100Marathon-Club hinzufügen.
Den Mai habe ich genutzt, um mich für den anstehenden Fischland-Darß-Zingst-Ultra (FDZU) vorzubereiten, nachdem ich Ende April mit der Harzquerung meinen bereits vierten Ultra in diesem Jahr absolviert hatte.
Für erfahrene Ultra-Laufende hört sich das nicht unbedingt ambitioniert an, jedoch ist es für meine Verhältnisse doch ein beachtliches Ergebnis, da es genau der Saison-Planung entspricht, die ich Ende vergangenen Jahres skizziert hatte.
Die Harzquerung verlief etwas anders und ich hatte am Ende mehr als eine Stunde benötigt, als ich geplant hatte. Aber es war dennoch ein schöner und entspannter Lauf und das zählt ja am Ende: Erlebnis vor Ergebnis …
Ich war wieder mit Ralf verabredet, der die Harzquerung als „Regenerationslauf“ nach dem JUNUT und vor der Heidi 222 am Pfingst-Wochenende nutzte. Wir kamen am Vortag in Wernigerode an und teilten uns für die Übernachtung eine Gästewohnung. Angekommen erkundeten wir Wernigerode. Die Stadt war gut besucht, da es das Wochende vor der Walpurgisnacht auf dem nahen Bocksberg war. Wir machten uns auf, den Aufstieg zum Wernigeroder Schloss zu erklimmen und eine Aussicht über den Harz und der drohenden Strecke am darauffolgenden Tag zu erlangen.
Am nächsten Morgen ging es dann mit vielen anderen Naturfreunden los in den Harz. Die 44. Harzquerung war bereits seit Anfang des Jahres völlig ausgebucht und es herrschte ein hektisches Gedränge vor dem Start. Die ein oder andere Laufbekanntschaft befand sich auch darunter.
Wir nutzten den recht steilen Einstieg dazu, uns mit einigen Mitlaufenden zu unterhalten und Mut zuzusprechen für das Kommende. Recht bald merkte ich, dass ich die angestrebte Pace an dem Tag nicht halten konnte und passte mich meinen Möglichkeiten an. Wollte ich doch eh nur einen weiteren (Ultra)Marathon auf meinem Weg zum 100 Marathon-Club sammeln.
Ich genoss das wirklich ideale Laufwetter und ließ meinen Blick – wenn es denn das Geläuf zuließ – über den Harz schweifen. War ich bei meiner letzten Teilnahme vor drei Jahren (2022) noch geschockt über die Auswirkungen des Baumsterbens im Harz und über die wirklich kahlen Hügel (Der Wald war weg!), sah ich diesmal zarte Anzeichen der Bemühungen der zwischenzeitlichen Aufforstung und war sehr erfreut.
Ein kurzes und obligatorisches Gipfelfoto auf der höchsten Erhebung auf der Strecke, dem Poppenberg, und dann ging es vorwiegend bergab – aber doch noch mit drei weiteren zum Teil knackigen Anstiegen – in Richtung Nordhausen. Nach etwa achteinhalb Stunden kam ich dann in Nordhausen an und war sehr glücklich.
Nun bin ich gespannt, ob es mir in zwei Wochen gelingen wird, den FDZU ein zweites Mal zu finishen und hoffe auf ein deutlich besseres Wetter als im vergangenen Jahr.
Halbmarathon Berlin/Haveluferlauf Potsdam/Long Runs mit Freunden
Im April habe ich die Gelegenheit zu kürzeren Läufen genutzt. Unter anderem bin ich beim Berliner Halbmarathon vom SCC Anfang April gestartet und habe diesen als Tempo-Lauf für meinerVorbereitung für die Harzquerung genutzt.
Am 12.04.2025 haben wir dann im Rahmen des 20. Haveluferlaufes den Abschlusslauf des zurückliegenden Lauftherapie-Kurses absolviert. Neben den aktuellen Kurs-Absolventen nahmen wieder einige ehemalige Teilnehmende vergangener Kurs daran teil. Alle schafften das angestrebte Kurz-Ziel von 30minütigen ununterbrochenen langsamen Laufens ohne Probleme und genossen den sehr schönen Landschaftslauf entlang der Havel.
Meine Vorbereitung für die anstehende Harzquerung rundete ich dann noch mit Long Runs mit Freunden ab.
Nun fahre ich frohgemut zur Harzquerung von Wernigerode nach Nordhausen, welch ich nach 2018 und 2022 nun zum dritten Mal laufen werde. Ich bin gespannt, wie dieser Lauf verläuft und werde sicherlich im Mai davon berichten ….
Werderseelauf 2025 in Bremen eine schöne Angelegenheit
Mitte März habe ich meine persönliche Winterlauf-Serie mit einem guten Gefühl abgeschlossen. Nachdem ich im Januar beim Ufer-Trail nicht optimal vorbereitet und im Februar von den winterlichen Verhältnissen etwas überfordert sehr überschaubare Zeiten über jeweils 51 bzw. 49 km geliefert hatte, reiste ich trotzdem guter Dinge nach Bremen zum Werderseelauf an. Waren doch die Wetteraussichten diesmal sehr gut und die Aussicht auf einen Rundenlauf á 8,33 km mit tatsächlich 3 (!) VPs versprach auch einen entspannten Lauf.
Ich hatte mich im Vorfeld wieder entschlossen, mit dem Zug anzureisen und auch ein Hotel direkt am Bahnhof gebucht. Die besten Voraussetzungen also, ausgeruht am Sonntag den 50 km-Ultra zu bestreiten. Zudem kam, dass ich im Internet ausnahmslos nur sehr gute Feedbacks zu den vergangenen Veranstaltungen des Werderseelaufs gelesen hatte.
Angekommen in Bremen bezog ich gleich das Hotel und machte mich zu Fuß auf den Weg zur ca. 5 km entfernten Startunterlagenausgabe am Wehrschloss. Dachte ich mir doch, dass nach der Zugfahrt es auf jeden Fall gut wäre, sich noch etwas zu bewegen. Ich folgte also meinem Fußgänger-Navi auf dem Handy durch Bremen und lief schnurstracks direkt zum Fußball-Stadion, wo noch die letzten Minuten der Bundesliga-Partei SV Werder Bremen – Borrussia Mönchengladbach gespielt wurden. Ich kam direkt in den Gegenverkehr von Tausender Fussballfans und kämpfte mich gegen den Strom an. Als ich dann im Paulaner am Wehrschloss ankam erhielt ich meine Startunterlagen und hatte danach noch etwas über eine Stunde Zeit zur gebuchten Pasta-Party um 19 Uhr.
Ich nutzte die Zeit, um die Gegend zu erkunden und entdeckte ein wundervolles Naherholungsgebiet direkt hinter dem Wehr.
Es war ein schöner Spaziergang und ich kam pünktlich um 19 Uhr zur Pasta-Party zurück. Dort waren schon Mona und Patrick da und wir teilten unser Läufer-Latein. Die Pasta-Party war abweichend von meinen bisherigen Erfahrunen erfreulich klein und überschaubar. Wir waren insgesamt ca. neun Teilnehmende, die sich für unterschiedliche Distanzen stärkten. Hatten Mona und Patrick vor, am nächsten Tag die 25 km zu laufen, war Patrick hingegen vor seinem ersten Marathon sehr aufgeregt und wir hatten uns alle sehr viel zu erzählen. Frisch gestärkt bewältigte ich auch den Rückweg ins Hotel zu Fuß und hatte keine Probleme damit , frühzeitig in den Schlaf zu kommen.
Am nächsten Morgen sparte ich mir den Fußweg und wählte luxuriös die Anfahrt mit dem Taxi. Ich hatte noch genug Zeit bis zum Start und konnte mich entspannt auf den Lauf einlassen und machte mich mit der Situation und der Umgebung vertraut.
Punkt 08:45 ging es dann für uns Ultras los und ich machte mich mit der ersten Runde vertraut. Durfte ich doch diese nun insgesamt sechs Mal umrunden. Ich hatte mir vorgenommen, die 50 km in etwa 06:30 Stunden zu absolvieren und konnte die ersten vier Runden sogar mit eine Durchschnitts-Pace von knapp unter 7 Minuten pro km halten, was meine Erwartungshaltung deutlich in die Höhe schraubte und ich mit einer Gesamtzeit von unter 6 Stunden liebäugelte. Die 5. Runde holte mich dann aber wieder auf den Boden der Realität und meines Leistungsvermögens zurück. Letztendlich kam ich dann nach 50 km mit einer Zeit von 06:03:47 Stunden stolz wie Bolle ins Ziel.
Insgesamt war der Werderseelauf eine wirklich runde Angelegenheit. Vor allem die Organisation und die sehr gute Betreuung und Versorgung auf der Strecke war außergewöhnlich gut. Ich werde auf jeden Fall wiederkommen.
Ein echt winterharter Ultralauf von Bad Muskau nach Cottbus
Am 14.02.2025 machte ich mich mit mulmigen Gefühl auf den Weg nach Cottbus. Hatte es doch in den letzten Tagen in Berlin viel geschneit und in der Lausitz war die Situation ebenfalls so. Insofern war ich mir recht sicher, dass ich wohl meinem ersten „echten“ Winterlauf absolvieren würde und hatte meine Goretex-Trailschuhe, die ich schon länger nicht mehr getragen hatte, dazu auserkoren, mich trocken durch dieses Wetter zu bringen.
Cottbus zeigte sich in winterlicher Pracht. Kein Wunder, war es doch in den letzten Tagen extrem kalt geworden und zudem hatte es in der Lausitz noch kräftiger geschneit als in Berlin. Ich hatte mich mit Sari verabredet, die ich mit der Aussicht auf „finnische Verhältnisse“ zur Anreise aus Finnland und Teilnahme am PaUL 50 damit überreden konnte. Wir trafen uns zum Abendessen und verabredeten uns für den nächsten Morgen um gemeinsam dann zum Treffpunkt am Sportheim der SV Eiche/Branitz zu fahren.
Aufgrund der obig beschriebenen Witterungsverhältnisse hatten die Veranstalter, Almuth und Aldo, entschieden, dass wir auch beim letzten VP 3 nach 49 km bereits aussteigen könnten und damit eine zusätzliche Wertungsmöglichkeit geschaffen: den PaULchen. Es wurde von allen begeistert aufgenommen.
Los ging es dann wie früher auch beim Luwig-Leichhardt-Trail mit dem Bus Richtung Bad Muskau. Wie immer war eine prächtige Stimmung im Bus und es wurde wieder viel Läufer-Latein geteilt. Angekommen in Bad Muskau ging es dann die letzten Meter zur Fuß in den Schloßpark und dort direkt zum Schloß.
Pünktlich zum Start setzte ein prächtiges Schneetreiben ein und ich fühlte mich wie in so einer Spielzeugglaskugel, die durch kräftiges Schütteln im Inneren ein ebenso märchenhaftes Schneetreiben erzeugt.
Im Park war der Untergrund teilweise geräumt aber auch glatt und ich musste erst einmal ein Laufgefühl entwickeln. Es kam ja auch hinzu, dass ich mit den Schuhen recht lange und vor allem bei diesen Verhältnissen nicht gelaufen war. Nach einer kurzen Einlaufphase kam ich dann doch in meinen Rhytmus. Wir hatten mittlerweile den Park verlassen und liefen nun abseits der Straßen auf Waldwegen und Pfaden teilweise durch ca. 15 cm unberührten Schnee. Da ich ein langsamer Läufer bin und stets am Ende des Feldes anzutreffen bin, profitierte ich dadurch glücklicherweise, dass die Vorlaufenden bereits den Weg etwas „geebnet“ hatten.
Der erste VP war dann bei km 20 an der sächsisch-brandenburgische Landesgrenze erreicht. Ich war zu dem Zeitpunkt an der Spitze des letzten Viertels des Feldes und Aldo begrüßte mich mit den Worten „Du schon? Willst wohl wieder Deine Altersklasse wie beim Mad Chicken Run gewinnen?“. Ich wusste aber, dass ich – wie immer – in der zweiten Hälfte wieder einbrechen würde. Ich werde einfach nicht schlauer ….
Es ging also weiter und ich kam etwas später am Apostelbrunnen im Reuthener Park an. Dort war ein Kontrollpunkt eingerichtet worden, um Abkürzungen vorzubeugen. Es sollte dort ein Stanzgerät vorliegen, mit dem man dann die Startnummer markieren sollte. Leider war das Gerät nicht mehr funktionsfähig und so behalf ich mich nach einigen vergeblichen Versuchen mit einem Beweisfoto:
Die längere Verweildauer am Apostelbrunnen führte dazu, dass (fast) alle hinter mir Laufenden auch dort eintrafen und ich freute mich, dass ich etwas Gesellschaft hatte.
Es kam wie immer, was aber auch kein Problem für mich war. Mit der Zeit wurde ich extrem langsamer und ich ließ alle ziehen. Es war ja für mich am Morgen schon klar, dass ich die Option „PaUlchen“ ziehen würde. Nun wurde das aber immer konkreter und ich freundete mich auch damit an. Kurz nach dem VP 2 bei km 40 schloss dann noch Michael mit mir auf und wir absolvierten gemeinsam die restlichen Kilometer bis zum VP 3. Dort angekommen erklärten wir feierlich unseren Willen die vorzeitige Option zu ziehen und bewältigten die letzten Kilometer bis zum Sportheim gemächlich zu Fuß.
Dort war dann die große Siegerehrung und das gemütliche Beisammensein. Es gab viel zu erzählen und ich konnte noch eine Mitfahrgelegenheit ergattern.
Die letzten Kilometer waren auch deshalb sehr kurzweilig, weil Michael und ich uns gut unterhielten und ich viele interessante Infos zu meinem Ziel erhielt: Das Erreichen des 100 Marathon Club. Voraussichtlich werde ich dieses langgehegte Ziel im kommenden Jahr erreichen, wenn alles gut läuft.
Alles in allem ein gelungener Winter-Ultra und sehr liebevoll und läufergerecht vom gesamten Organisationsteam vorbereitet und durchgeführt. Ich freue mich schon auf die nächste Auflage in 2026 🙂